25 Jahre Dimah: „Ein Baum, der jedes Jahr neue Früchte trägt“
So wie sich das Familienunternehmen gewandelt hat, haben sich auch die Messestand-Lösungen aus dem Hause Dimah verändert. Auf dem Bild ein Messestand von Mikron SA Agno auf der AMB 2018.

25 Jahre Dimah: „Ein Baum, der jedes Jahr neue Früchte trägt“

Die Dimah Messe + Event GmbH feiert 2019 ihr 25-jähriges Bestehen. Gründer und Geschäftsführer Mossadegh Hamid spricht im Interview über die für ihn lehrreiche und sinnstiftende Arbeit an der Spitze des Familienunternehmens.

Was bedeutet das 25-jährige Jubiläum für Sie ganz persönlich?

Mossadegh Hamid: Die vergangenen Jahre haben mein Leben auf unterschiedliche Art und Weise bereichert und erfüllt – eine Zeit, die ich nicht missen möchte. Mit meinem eigenen Unternehmen hatte ich die einmalige Möglichkeit, eine eigene Marke zu erfinden, zu entwickeln und am Markt zu etablieren. Heute profitieren von dieser Marke auch meine 20 Mitarbeiter. Das Unternehmen ist zu einer Art Baum geworden, der jedes Jahr schmackhafte Früchte trägt. Alles das wäre aber ohne meine Frau nicht möglich gewesen, mit der ich alle Herausforderungen, die ein Unternehmen mit sich bringt, gemeinsam gemeistert habe. Es gab auch Stürme und Tsunamis, die mein Leben als Geschäftsführer geprägt haben. Natürlich hat für mich mein langjähriges Unternehmer-Dasein etwas Sinnstiftendes. In unserer globalisierten Welt sind Messen eine der besten Formen der Unternehmens- und Markenpräsentation. In diesem umkämpften globalen Wettbewerb sehen wir es als unsere Aufgabe, den anderen Unternehmen zu helfen, ihre Marke beziehungsweise Produkte deutlich und zielführend zu präsentieren.

Wie hat sich das Unternehmen im Laufe seines Bestehens verändert?

In den Anfangsjahren waren wir ein Start-up, das sich in der Welt des klassischen Messebaus erst einmal etablieren musste. Der Messebau war und ist für mich eine Welt, in der man als Unternehmen spielen, sich kreativ ausleben und eigene Ideen verwirklichen kann. Das hat mich von Beginn an fasziniert. Es geht also weniger um den Messebau an sich, sondern viel mehr um innovative Ideen. So lautete auch unser erster Slogan „Ideen machen den Unterschied“. Unser zweiter Claim „Wir bringen Menschen zusammen“, für den Dimah von Anfang des neuen Jahrtausends bis etwa 2016 stand, verdeutlicht sehr schön die Weiterentwicklung des Unternehmens. Ziel war es, die Menschen ins Gespräch zu bringen und die Bedeutung eines Messestands für die Kommunikation in den Fokus zu rücken. „Designing Business“, unser jetziges Leitbild, zielt auf den Markenmehrwert unserer Kunden ab. Wir wollen mit unseren Lösungen Räume erschaffen, in denen sich der Markenkern eines Unternehmens in der Architektur auf authentische und inspirierende Weise widerspiegelt. Wir machen die Marke auf diese Weise erlebbar, sei es auf dem Messestand, in Form einer Shop-in-Shop-Lösung oder auf einem Event.

Was zeichnet Dimah heute aus?

Wir konnten im vergangenen Vierteljahrhundert eine umfangreiche Expertise in Markenarchitektur und -kommunikation aufbauen. Auf unserer Reise haben wir die unterschiedlichen Formen der Markenführung kennengelernt und diese in tausende Konzepte einfließen lassen. Das ist unser Grundstock. Der Begriff Messebau impliziert in der öffentlichen Wahrnehmung leider immer noch den Fokus auf die Umsetzung beziehungsweise Entwürfe aus der Schublade, da man ja ein auf Gewinnmaximierung fokussiertes Bauunternehmen ist und nicht der konzeptionelle Markenerfolg als Dienstleistung im Vordergrund steht. Doch das trifft auf Dimah nicht zu. Wir schaffen heute durch diesen Reifeprozess Markenwelten, also Räume in denen der Besucher voll und ganzheitlich die Marke erleben kann. Das heißt, dass für uns eine umfangreiche Beratung der Kunden im Vorfeld unverzichtbar ist. Nur durch diese Nähe ist es uns möglich, passende und individuelle Markenwelten zu erschaffen. Das wiederum bedingt auch ein anderes Miteinander. Heute legen wir vor allem Wert auf den Austausch mit dem Kunden, auf eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe, denn nur so profitieren alle gleichermaßen. Diese Beziehung ist uns wichtig, dafür tun wir alles, investieren viel Schweiß und Zeit. Wir erwarten vom Kunden Vertrauen, dafür liefern wir durch unsere Expertise und Professionalität richtige Lösungen.

Sie haben im Iran, in der Hauptstadt Teheran, noch ein Tochterunternehmen. Wie stellt sich dessen Situation angesichts der neuen Sanktionen dar?

Als vor ein paar Jahren die Sanktionen gegen den Iran zurückgefahren wurden, war die Euphorie im Land und in Europa groß. Die Auftragsbücher unseres Tochterunternehmens, das ausschließlich auf die Produktion von Komponenten für Messen und Events spezialisiert ist, waren gut gefüllt. Mit Projekten, die von der BAFA (Bundesamt für Außenwirtschaft) beauftragt wurden, waren beide Unternehmen in den vergangenen Jahren für deutsche Firmen unter anderem an vier großen Messen beteiligt. So entstand etwa der German Pavillon auf der Innotrans und Foodtec Iran unter unserer Federführung. Dank US-Präsident Donald Trump ist das jetzt alles Geschichte. Unser Tochterunternehmen kann sich noch über Wasser halten, obwohl deutsche Unternehmen ihr Engagement vor Ort nahezu fast auf null heruntergefahren haben. Ich halte die Sanktionen für den falschen Weg, denn sie treffen zwar das Regime, aber die Leidtragenden sind auch die Normalbürger.

Was haben Sie sich, hat sich das Unternehmen für die nächsten Jahre vorgenommen?

Wir möchten im Jubiläumsjahr das Thema Nachfolge offensiv angehen und sind hier bereits mit einem Berater im Gespräch. Mein Ziel ist es, Dimah als Familienunternehmen unbedingt zu erhalten. Von der Mitarbeiterzahl, der Firmengröße und vom Portfolio her sind wir meiner Meinung nach optimal aufgestellt. In Zukunft wird es daher vor allem darum gehen, noch mehr an Tiefe zu gewinnen. Die Digitalisierung bietet hier zahlreiche Optionen, die wir bereits rege nutzen. So gibt es bei uns ein digitales Denk-Labor, in dem Ideen gesammelt und getestet werden. Dort ist zum Beispiel unser multifunktionales Präsentations-Möbel „SPINit!“ entstanden, eine innovative Form der Markenpräsentation. Vorab-Besichtigungen unserer Messestände per VR-Brille sind bereits gelebte Realität.

Apropos VR: Inwieweit werden virtuelle Messen den klassischen Messen ihrer Ansicht nach Konkurrenz machen?

Vor einigen Jahren noch totgesagt, geht es dem Messewesen in Deutschland trotz der Digitalisierung heute besser denn je. Auch in Zukunft wird es klassische Messen geben. Davon bin ich fest überzeugt, denn virtuelle Messen werden ein Erlebnis vor Ort nie ersetzen können, aber als Ergänzung werden sie ihren Platz finden.

www.dimah.de

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