50 Jahre Bleicher Medien
Über 25 Mitarbeiter arbeiten heute für das Familienunternehmen

50 Jahre Bleicher Medien

Die Bleicher Medien GmbH kann 2018 auf eine 50-jährige Erfolgsgeschichte zurückblicken. Als Verlag für Adress- und Telefonbücher gestartet, deckt das Familienunternehmen heute die gesamte Palette von Print über Online bis hin zum Bewegtbild ab.

Als Heinz M. Bleicher im Jahr 1968 zusammen mit seiner Tochter Evmarie Bartolitius den Bleicher Verlag gründete, war die Motivation, die hinter der Gründung steckte eine andere, als man vermuten würde: „Heinz M. Bleicher wurde nicht in erster Linie zum Unternehmer, weil er für das Thema Telefonbücher brannte, sondern weil ihm die Lizenz der Deutschen Postreklame für den Vertrieb dieser Produkte die finanzielle Basis dafür bot, einen lang gehegten Traum zu realisieren, nämlich seinen Verlag zur literarischen Heimat jüdischer Autoren zu machen. Über 30 Jahre lang veröffentlichten namhafte Autoren wie Simon Wiesenthal oder Martin Buber über uns ihre Werke“, erzählt Enkel Sebastian Bartolitius. 1976 trat auch Sohn Thomas Bleicher als gelernter Buchhändler in den Verlag ein. 2002 musste der literarische Bereich dann aus wirtschaftlichen Gründen schweren Herzens aufgegeben werden. Hingegen brummte das Segment rund um Verzeichnismedien, anfangs ausschließlich in Print und mit der Zeit mehr und mehr auch online. „Wir hatten das Glück, dass uns und unseren rund 100 Kollegenverlagen die Telekom Ende der 90er-Jahre die Erlaubnis erteilte, ,DasÖrtliche.de‘ und ‚DasTelefonbuch.de‘ aufzubauen. Daraus hat sich ein umfangreiches Online-Angebot, inklusive Apps entwickelt, das inzwischen sehr rege genutzt wird. So wurde zum Beispiel die App von ‚DasÖrtliche‘ mittlerweile mehr als sieben Millionen mal auf mobilen Endgeräten installiert und gehört somit zu den 20 erfolgreichsten Apps in Deutschland“, sagt René Süßer, ebenfalls Enkel des Gründers, der Anfang 2019 zusammen mit Sebastian Bartolitius an die Spitze des Unternehmens rücken wird.

Und was ist mit den gedruckten Produkten? Die sind trotz der Digitalisierung laut Süßer immer noch ein wichtiger Umsatzbringer: „Gerade auch Adressbücher sind noch immer erfolgreich und erfreuen sich in den jeweiligen Städten und Gemeinden großer Beliebtheit. Selbst das so oft totgesagte Telefonbuch wird nach wie vor als Printausgabe von mehr Menschen genutzt als allgemein oft angenommen wird.“

So authentisch wie möglich

Über die Jahre haben die Gerlinger ihr Portfolio stetig ausgeweitet. 2014 zum Beispiel übernahmen sie die TV Studios Leonberg, die sich auf die Produktion von Ton- (T) und Videoaufnahmen (V) und nicht, wie der Name eigentlich vermuten lässt, auf TV-Produktionen spezialisiert hatten. „In diesem Segment produzieren wir für unsere Kunden unter anderem Image-, Industrie- und Produktfilme“, sagt Süßer. „Bei unseren Produktionen legen wir Wert darauf, unsere Kunden möglichst authentisch darzustellen.“ Als neuestes Produkt im Hause ist „Ubadu“ zu erwähnen. „Der Fach- und Führungskräftemangel ist allgegenwärtig und stellt für Unternehmen eine riesige Herausforderung dar, ganz zu schweigen von dem aufwändigen Prozess, der hinter der Bewerbersuche steckt“, weiß Bartolitius. Hierfür hat sich das Unternehmen professionelle Partner mit ins Boot geholt, wodurch Bleicher Medien eine Komplettlösung, angefangen bei 360-Grad-Ansichten vom beworbenen Arbeitsplatz genauso wie eine Analyse der zu besetzenden Stelle zusammen mit authentischen Interviews mit dem Chef und den künftigen Kollegen, anbieten kann. So aufgestellt, kann das Familienunternehmen diesen Service aus einem Guss anbieten.

Live-OP und preiswert übernachten

Großen Erfolg haben die TV-Studios auch mit Live-Übertragungen aus OP-Sälen hin zu großen Ärztekongressen auf der ganzen Welt – eine Nische, die in Deutschland nur von sehr wenigen Medienunternehmen bedient werden kann. „Mit unserer Expertise in diesem Bereich leisten wir einen wichtigen Beitrag dazu, dass moderne Operationsmethoden weltweit sehr plastisch vermittelt werden können“, freut sich Bartolitius. Auch sonst kann man dem Familienunternehmen bei der Besetzung von Nischen nichts vormachen. Das sieht man beispielsweise am Online-Portal „Preiswert-übernachten“. Dort präsentieren sich deutschlandweit Pensionen und andere kleine Häuser, die Suchenden günstige Übernachtungsmöglichkeiten bieten. „Damit treten wir nicht in Konkurrenz mit den großen Übernachtungsplattformen, die in erster Linie Hotels und große Häuser in ihrem Portfolio haben“, unterstreicht Süßer. Seit diesem Jahr gibt es das Angebot auch für Österreich, andere Länder in Europa sollen in den nächsten Jahren folgen.

Fußstapfen der Vor-Generation ehren

Anfang des kommenden Jahres ist es dann soweit: Mit Sebastian Bartolitius und Renè Süßer wird die dritte Generation die Geschäftsführung des Familienbetriebs von Evmarie Bartolitius und Thomas Bleicher übernehmen. Wichtig ist den beiden „die Fußspuren unserer Vorgänger zu ehren und zu erhalten“, aber gleichzeitig das Portfolio immer wieder den Gegebenheiten des Markts anzupassen. Neue Anwendungen sehen die Nachfolger unter anderem im Bereich Augmented und Virtual Reality, etwa für ihr Übernachtungsportal. So könnten die User vorab die Räumlichkeiten der Unterkünfte hautnah erleben. Auch bei der Integration von Sprachassistenten wie Alexa und Siri steht man bereits in den Startlöchern. Neue Partner wie Apple konnten dafür schon gewonnen werden. Printprodukte werden für das schwäbische Unternehmen weiterhin eine wichtige Rolle spielen, davon sind die beiden Nachfolger fest überzeugt. Der Trend, wieder etwas Haptisches in der Hand halten zu wollen, scheint diese Annahme zu untermauern. „Bei allen Veränderungen, die die Zeit mit sich bringen wird, werden wir aber dem ethischen Grundsatz von Heinz M. Bleicher, der letztlich zur Gründung des Unternehmens geführt hat, immer treu bleiben: Alles was wir tun, muss den Menschen nützen“, so Süßer.

www.bleicher-medien.de

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