Start-ups: Timebuzzer macht Zeiterfassung kinderleicht
Mit Timebuzzer soll Zeiterfassung nicht nur einfach und schnell gehen, am PC und mobil, sondern auch Spaß machen.

Start-ups: Timebuzzer macht Zeiterfassung kinderleicht

Zeiterfassung ist ein notwendiges, aber unbeliebtes Thema. Mitarbeiter verlieren viel Zeit und nachträglich erfasste Zeiten führen zu ungenauen Zahlen und Abrechnungen. Vieles fällt unter den Tisch. Mit dem „timeBuzzer“ wird das anders.

In vielen Unternehmen sitzen Mitarbeiter am Freitagnachmittag am Schreibtisch und schreiben die Zeiten auf, die sie für verschiedene Projekte, Kunden oder Kostenstellen aufgewendet haben. Das ist Ressourcenverschwendung par excellence und völlig unnötig. Die „timeBuzzer GmbH“ mit Sitz in Kassel bietet jetzt eine Lösung an, die Zeiterfassung einfach, schnell und exakt macht. „Wenn man zum Starten und Stoppen der Zeit auf einen Buzzer hauen kann wie auf einen Buzzer in einer Quizsendung, macht es auch noch Spaß“, betont Gründer und Geschäftsführer Felix Bopp. Partner und Mit-Geschäftsführer des Startups, Christoph Radler, bekräftigt: „Timebuzzer revolutioniert die Zeiterfassung durch die haptische Eingabe mittels Hardware-Buzzer und schafft somit die Nacherfassung von Zeiten ab.“

Flexibel und mobil

Der Buzzer ist mit einer App auf dem Computer verbunden. Durch ein individuelles Template lassen sich Zeiten auf Projekte, Kunden, Kostenstellen oder andere beliebige Stellen erfassen. Alle Zeiten eines Teams werden in der Timebuzzer-Cloud konsolidiert und lassen sich dort auswerten. Auch die Anbindung an Drittanbieterlösungen wie Projektmanagement- oder Abrechnungsprogramme ist möglich. Stammdaten von Kunden und Projekte lassen sich außerdem farblich markieren. Dabei werden nicht nur die Kacheln in der App in den zugeordneten Farben angezeigt, sondern auch der Buzzer leuchtet entsprechend. Der Benutzer weiß so jederzeit, wofür die Zeiterfassung gerade läuft. Darüber hinaus lassen sich mehrere Kategorien kombinieren und untereinander zuordnen. Und wer nicht buzzern möchte, kann auf den Signalgeber auch verzichten.

Mittlerweile gibt es zudem eine dokumentierte Open API. Sie ermöglicht die Anbindung des Buzzers an andere Software-Systeme. Über diese Schnittstelle können mit überschaubarem Aufwand interne Systeme der Kunden wie für die Buchhaltung, Projektplanung, Agentur- und Kanzleisoftware und ERP-Systeme angebunden werden. Umgebungen mit einem Proxyserver werden ebenfalls  unterstützt. Seit August gibt es eine mobile App für Android und iOS.

Entwickelt über Feedback

Die Idee zum Buzzer hatte der Stuttgarter Bopp in einem Gespräch mit einem befreundeten Agenturchef. „Zeiterfassung war bei seinen Mitarbeitern nicht wirklich beliebt. Zeiten wurden im Nachhinein und dadurch meistens ungenau erfasst. Die Frage war also, wie kann man Mitarbeiter dazu bewegen, Zeiten auch wirklich sofort zu erfassen“, erzählt der 38-Jährige. „Da kam mir die Idee mit dem Buzzer.“ Er ließ die Erfindung patentieren, doch dann lag sie erst einmal in der Schublade. Über Xing fand Bopp schließlich seine Mitgründer in Kassel. „Wir starteten schließlich zu viert. Unsere Zusammenarbeit lief hauptsächlich virtuell ab über Telefon, Chat und online. Wir entwickelten zunächst einmal ein Produkt mit den Grundfunktionen, die wir für nützlich hielten und das wir zunächst mit Agenturen testeten“, beschreibt Bopp den Start. „Durch das Feedback der Agenturen und dessen Auswertung entwickelten wir unser Produkt ständig weiter. Manche Funktionen entfielen wieder, neue kamen hinzu.“

Hardware muss perfekt sein

Insgesamt arbeiteten zehn Leute an dem Projekt, nicht alle Vollzeit. 2017 wurde das Produkt auf der Cebit vorgestellt, erste Kunden wurden gewonnen. Die zweite Version der Software ist auch für größere Unternehmen interessant.  „Wir sind eine Softwarefirma mit Hardware“, sagt Bopp, der unter anderem Ökonomie studiert hat. „Die Software entwickeln wir entsprechend des Kundenfeedbacks weiter. Das ist ein iterativer Prozess. Doch die Hardware muss perfekt sein, vom Design, von der Haptik und der Qualität. Denn die lässt sich, anders als Software, nicht mehr verbessern, wenn sie ausgeliefert ist.“ Die Buzzer werden in Deutschland produziert, doch „wir sind auf der Suche nach einem Partner, der für uns idealerweise neben der Montage auch die Logistik übernehmen kann und dabei möglichst über Zugang und Distributionsmöglichkeiten zu internationalen Märkten verfügt“, sagt Bopp. „Außerdem machen wir uns Gedanken darüber, wie der Support aussehen muss, wenn das Unternehmen wächst. Doch unsere Hauptaufgabe ist derzeit, den Vorgang des Zeiterfassens weiter zu optimieren und zu vereinfachen, auch in weiteren Bereichen wie Produktion und Labor.“

Zeit für neue Ideen

Bisher konnten die Gründer das Unternehmen ohne Investoren aus Eigenmitteln und Einnahmen finanzieren. Die Nutzung von TimeBuzzer kostet fünf Euro pro Monat und User. Der Buzzer selbst kostet einmalig 99 Euro, sofern man einen haben möchte. Wie es mit der Finanzierung aussehen wird, wenn das Unternehmen weiterwächst, ist noch ungewiss, aber ein schneller Verkauf ist nicht geplant, sondern eher der Aufbau eines langlebigen Unternehmens. Allerdings kann sich Bopp durchaus vorstellen, irgendwann nur noch Gesellschafter zu sein: „Für mich ist der Schwerpunkt der Unternehmensaufbau“, sagt er. „Für die Skalierung sind andere Leute mit den richtigen Kompetenzen für diese Unternehmensphase nötig.“ Bopp, der sich selbst als Innovation Angel bezeichnet, möchte sobald das Unternehmen läuft, wieder die Zeit haben, sich mit anderen Dingen zu befassen. „Business Angels bringen Geld und manchmal Erfahrung ein. Ich bringe Ideen bis zur Marktreife und das Start-up auf ein stabiles Niveau. Wenn eine Idee zur Innovation wird und funktioniert, mache ich mich auf die Suche nach einer neuen.“ (-ap)

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