Weichen für die Zukunft gestellt
Führen das Unternehmen heute: Thomas Vormann, Hans-Georg Leibenzeder und Ulf Günther (v.li.).

Weichen für die Zukunft gestellt

Die August Vormann GmbH & Co. KG feiert dieses Jahr ihr 150-jähriges Bestehen. Die fünfte Generation arbeitet beständig an der Weiterentwicklung des Unternehmens, damit es auch künftig ein erfolgreiches Familienunternehmen bleibt. 1863 legte Ludwig Vormann im Heilenbecker Tal in Ennepetal mit einer kleinen Schmiede den Grundstein für das Unternehmen, das der geschäftsführende Gesellschafter Ulf Günther heute als „komplexes, international agierendes Unternehmen, das nicht nur produziert, sondern Dienstleister für seine Kunden ist“ beschreibt. "Wir haben uns vom reinen Produzenten zum Lösungsanbieter entwickelt", sagt er.

Die Produkte des Unternehmens, unter anderem Scharniere, Beschläge, Holzverbinder, Konsolen- und Regalsysteme dürften viele Heimwerker bereits im eigenen Haus oder Garten verarbeitet haben. Kunden des Unternehmens sind Baumärkte, der Fachhandel und die Industrie, für die Vormann Serien- sowie Sonderanfertigungen liefert. Doch das ist nicht alles. „Wir liefern nicht nur Produkte, sondern machen Verkaufskonzepte und kümmern uns um den Point of Sale (POS)“, sagt Günther. „Das heißt, wir bauen in Europa mit eigenen erfahrenen Teams ganze Regalwände auf, bestücken sie, übernehmen die Etikettierung, liefern Anwendungsbeispiele und sorgen dafür, dass immer rechtzeitig neue Ware vorhanden ist. Unsere Kunden erhalten von uns je nach Bedarf ein Komplettpaket und müssen sich um nichts kümmern.“ Dafür setzt das Unternehmen im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern eigene Mitarbeiter ein und kann dadurch mit langjährig aufgebautem Know-how punkten.

Gütesiegel „Made in Germany“

Fragt man Günther, worauf er und seine Mit-Geschäftsführer Thomas Vormann, der ebenfalls Gesellschafter ist, und Hans-Georg Leibenzeder setzen, um die Zukunft des Familienunternehmens zu sichern, sagt er: „Wir setzen auf die Erfahrung und die Motivation unserer Mitarbeiter, auf den hohen Automatisierungsgrad in der Produktion und unseren hochmodernen Maschinenpark. Zusammen mit unserer Kompetenz in Konstruktion und Werkzeugbau, die uns eine eigene Produktentwicklung und –gestaltung erlauben, entsteht daraus Innovation, die sich in Patenten, Gebrauchs- und Geschmacksmustern niederschlägt, die wir halten.“ Die Dienstleistung sowie die gleichbleibende Qualität der Lieferversorgung und der Produkte zu wettbewerbsfähigen Preisen sind laut Günther die entscheidenden Punkte, mit denen man im Wettbewerb am Markt seit 150 Jahren bestehe. „Wir setzen auf Qualitätsprodukte ‚Made in Germany‘“, so Günther weiter. Mit dem Erwerb der bauaufsichtlichen Zulassung sowie der CE-Kennzeichnung für seine statisch relevanten Holzverbinder und Balkenschuhe biete das Unternehmen Handel und Anwendern die Garantie für sichere und nach geltenden europäischen Vorschriften getestete Produkte. Das Erfolgsrezept des nach DIN EN ISO 9001:2008 zertifizierten Unternehmens sei die gelungene Kombination aus Entwicklung, Konstruktion, Werkzeugbau, Produktion sowie kundenorientierten Service- und Logistikleistungen. Das Qualitätsmanagementsystem stellt eine permanente Prozessüberwachung sicher und sorgt für ein kontrolliertes Fehlermanagement.

Spuren hinterlassen

Der Ausbau der industriellen Produktion nach Kundenvorgaben und die Konzentration der Produktion im brandenburgischen Elsterwerda tragen die Handschrift der fünften Vormann-Generation. „Die Schließung der Produktion in Ennepetal 2008 ist uns nicht leicht gefallen“, sagt Günther. „Doch es war notwendig, um auch künftig mit in Deutschland produzierten Produkten wettbewerbsfähig zu bleiben. Wir hatten in Ennepetal flächenmäßig keine Entwicklungsmöglichkeiten mehr. Unsere Aufgabe ist es, unsere Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und auszubauen.“ Thomas Vormann fügt hinzu: „Durch den Aufbau eines auf neuestem technischem Stand befindlichen Unternehmens in Elsterwerda, unsere eigene Entwicklungsabteilung und unseren hervorragenden Werkzeugbau waren die Kapazitäten vorhanden, um auch Großaufträge aus der Industrie abzuwickeln.“
Zusätzlich wird die Internationalisierung vorangetrieben. In Südafrika gibt es eine eigene Vertriebsniederlassung sowie feste Kooperationen mit Partnerunternehmen, unter anderem in Russland sowie in Ost-, Mittel- und Westeuropa. „Garantien kann man für die Zukunft nicht übernehmen. Dafür entwickeln sich die Märkte zu dynamisch“, sagt der Geschäftsführer. „Doch mit unseren drei Geschäftsfeldern – Baumärkte, Fach- und Großhandel und Industrie – sind wir in der Lage, auf Branchenveränderungen flexibel zu reagieren und Abhängigkeiten zu vermeiden.“

Familienunternehmen bleiben

Für Günther ist klar, dass das Unternehmen auch künftig in Familienhand bleiben soll. Neben der zukunftsfähigen Ausrichtung des Unternehmens sei dafür auch die Regelung der Nachfolge wichtig. Die nächste Vormann-Generation wächst bereits heran. Allerdings ist sich die Familie darüber im Klaren, dass die Familienzugehörigkeit nicht automatisch Kompetenz bedeutet. „Die Anforderungen an die Nachfolger werden im Wesentlichen aus zwei Bestandteilen bestehen: der beruflichen Qualifikation, die auch Erfahrungen aus einem anderen Unternehmen beinhalten sollte, und der sozialen Kompetenz“, erklärt Ulf Günther. „Gerade letztere ist ein entscheidender Faktor bei der Führung von Menschen und in einem Familienunternehmen unabdingbar. Bei uns spricht der Chef, bedingt durch die flachen Hierarchien, die Mitarbeiter meist selbst an und ist somit immer nahe am Geschehen“, ergänzt Thomas Vormann. Eine weitere Sicherungsmaßnahme für die Zukunft sieht man im Erhalt der bewährten Gesellschafterstruktur, die eine Begrenzung der Entscheider bei der strategischen Ausrichtung des Unternehmens vorsieht.
Im Hinblick auf den Unternehmensgeburtstag sagt Günther: „Wir haben immer an uns geglaubt und wussten, dass wir mit unseren Mitarbeitern auch wirtschaftliche Krisenzeiten überstehen würden. Nicht zuletzt deshalb war es möglich, dass wir die 150 Jahre vollmachen und unser Jubiläum feiern können.“

www.vormann.com

Zum Jubiläum hat Vormann eine Extra-Website entwickelt, auf der es viele Geschichten und Fotos zur Unternehmensgeschichte gibt: www.vormann150.de


 

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