Stiftungen arbeiten wirkungsvoller in Netzwerken
„Unser Netzwerk ist für jeden interessant, der sich mit dem Gedanken trägt, eine Stiftung zu gründen“, sagt Edith Wolf, ehrenamtliche Vorstandsvorsitzende und Vorständin der Vector-Stiftung.

Stiftungen arbeiten wirkungsvoller in Netzwerken

Gemeinnützige Stiftungen haben vielfältige Zwecke. Sie engagieren sich für soziale, ökologische und kulturelle Themen oder im Bildungsbereich. Wenn sie sich zu Kooperationen zusammentun, erreichen sie mehr.

„Der wichtigste Zweck von Stiftungen ist es, Probleme zu beheben“, sagt Edith Wolf, Vorständin der Vector Stiftung und ehrenamtliche Vorstandsvorsitzende des Stiftungsnetzwerks Region Stuttgart e.V. „Wenn sie sich zu Kooperationen zusammenschließen, können sie Probleme viel wirkungsvoller lösen.“ Darüber hinaus sei das Netzwerk auch für alle diejenigen interessant, die sich mit dem Gedanken tragen würden, eine Stiftung zu gründen. „Es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten und so viel zu beachten, dass es sinnvoll ist, sich vorab umfassend zu informieren“, rät Wolf. „Unser Netzwerk mit seinen 160 Mitgliedern, darunter 130 Stiftungen und 30 Dienstleister wie Anwälte und Steuerberater, bietet nicht nur den Austausch, sondern unterstützt dabei, Kooperationspartner zu finden, vermittelt Kontakte und Expertise für verschiedene Fragen wie Gründung, Finanzierung, Steuern und Recht.“

Austausch und gemeinsame Projekte

Das Netzwerk finanziert sich über die Mitgliedsbeiträge. Unter den Mitgliedern finden sich auch viele unternehmensverbundene Stiftungen wie die Bosch- und die Berthold-Leibinger-Stiftung, die Breuninger- und die Karl-Schlecht-Stiftung, die Mahle- und die Louis-Leitz-Stiftung oder die Vector-Stiftung. Das Netzwerk beschäftigt eine hauptamtliche Mitarbeiterin, denn: „Ein gutes Netzwerk funktioniert nur über Kommunikation“, so Wolf. „Das muss ebenso organisiert werden wie unsere Veranstaltungen.“ Neben den Stammtischen zu verschiedenen Themen wie Umwelt oder Bildung, die in erster Linie dem Austausch dienen, gibt es vier Arbeitskreise, die sich regelmäßig treffen und in denen es sehr konkret wird. Ihre Themen sind Integration, Internationales, Stiftung und Vermögen sowie Bildungschancen für benachteiligte Kinder und Jugendliche. „In diesem Arbeitskreis haben sich zum Beispiel 16 Stiftungen in sechs gemeinsamen Projekten mit einem Volumen von einer Million Euro zusammengeschlossen. Damit kann man richtig etwas bewegen“, erzählt Wolf stolz. „Allen geht es darum, jedem jungen Menschen einen Schulabschluss zu ermöglichen, ohne Beschränkung durch die Herkunft.“

Öffentlichkeit schaffen

Einmal im Jahr organisiert das Netzwerk den Stuttgarter Stiftungstag, der dieses Jahr am 22. November unter dem Motto „Kunst als gesellschaftsverändernde Kraft“ bei The Schaufler Foundation im Schauwerk Sindelfingen stattfindet.

Die am 19. September beginnenden Degerlocher Stiftungswochen sollen ein Bild der vielfältigen Stiftungslandschaft in der Region Stuttgart vermitteln. Eine Ausstellung im Bezirksrathaus Degerloch, die bis 24. Oktober zu sehen sein wird, und Veranstaltungen sollen deutlich machen, wie positiv sich die Arbeit einer Stiftung auf das Gemeinwesen vor Ort auswirken und es stärken kann. „Beispiele, die zur Nachahmung einladen, sind die beste Werbung, mit der wir mögliche Stifter gewinnen können“, ist Wolf überzeugt. „Gleichzeitig soll mit positiven Beispielen auch erreicht werden, dass interessierte Bürgerinnen und Bürger die notwendigen Informationen erhalten, um sich in Stiftungen zu engagieren oder zuzustiften.“ -ap

Das könnte Sie auch noch interessieren: Unternehmensstiftungen sorgen für Kontinuität

© 2019 Dr. Breitsohl Verlagsgesellschaft mbH. Alle Rechte vorbehalten. www.familienunternehmer-news.de | Website: travix-media.de