Volks- und Raiffeisenbanken: Starkes Kreditplus beim Mittelstand
Die Volks- und Raiffeisenbanken in Baden-Württemberg haben sich in einem herausfordernden Umfeld im vergangenen Jahr sehr stabil gezeigt. Foto: Shutterstock/kurhan

Volks- und Raiffeisenbanken: Starkes Kreditplus beim Mittelstand

Die Kredite der baden-württembergischen Genossenschaftsbanken an mittelständische Unternehmen haben 2018 um 12,8 Prozent auf 41,5 Milliarden Euro zugelegt. „Die Volks- und Raiffeisenbanken sind eine zentrale Stütze für die mittelständische Wirtschaft. Wir werden unserer realwirtschaftlichen Verantwortung aus voller Überzeugung gerecht“, betonte BWGV-Präsident Dr. Roman Glaser bei der Vorstellung der Zahlen. Das Geld werde in erster Linie von den Unternehmen für die Vorfinanzierung von Aufträgen aufgenommen. Die Motivation, die niedrigen Zinsen dafür zu nutzen, um sich für schlechte Zeiten einzudecken, sei hingegen im Mittelstand weniger ausgeprägt. Zusammen mit den Krediten an Privatkunden, die um 1,5 Prozent auf 58,4 Milliarden Euro anstiegen, überschritten die Finanzinstitute erstmals 100-Milliarden-Euro-Grenze.

„Die Anleger halten ihr Pulver trocken“

Auch sonst haben sich die Genossenschaftsbanken in einem schwierigen Umfeld stabil gezeigt. Trotz der extrem niedrigen Zinsen sind die Einlagen mit einem Plus von 5,4 Prozent auf 125,6 Milliarden Euro deutlich gestiegen. Während es bei den Termineinlagen lediglich moderate Zuwächse von 0,6 Prozent gab, legten die täglich fälligen Kundeneinlagen mit einem Plus von 8,4 Prozent weiter stark zu. „Die Anleger halten ihr Pulver trocken“, betonte Glaser. Sie wollten flexibel bleiben“, sagt Dr. Glaser. Die Zahl der Mitglieder der Volks- und Raiffeisenbanken im Südwesten legte weiter zu – um rund 19.000 auf mehr als 3,77 Millionen. Die Zahl der Bankstellen wurde um 88 auf 2.612, davon 662 SB-Stellen, verringert. Die Zahl der Mitarbeiter ging im gleichen Zeitraum, umgerechnet auf Vollzeitstellen, um 734 auf 21.934 zurück. Aktuell arbeiten 1.668 Auszubildende bei den Instituten, was einer Azubi-Quote von knapp acht Prozent entspricht.

Verband begrüßt „Small Banking Box“

Beim Thema Bankenregulierung sprach sich der BWGV für die konsequente Rückkehr zu einer Politik mit mehr Augenmaß und Proportionalität aus. Begrüßt wird in diesem Kontext die „Small Banking Box“, die regulatorische Erleichterungen für Banken mit einer Bilanzsumme von weniger als fünf Milliarden Euro vorsieht und in den kommenden Wochen von den europäischen Institutionen verabschiedet werden soll. „Die Definition kleiner, nicht komplexer Banken sehen wir sehr positiv“, sagt BWGV-Verbandsdirektorin Monika van Beek. „Allerdings bleibt abzuwarten, welche Reichweite die in Aussicht gestellten Erleichterungen dann wirklich haben werden. Es muss definitiv zu spürbaren Entlastungen für kleine und mittlere Banken kommen.“

 

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