Die Vorteile von Design erkennen
Noch bis zum 31. Januar 2019 ist im Haus der Wirtschaft in Stuttgart die Ausstellung "Erfolgsfaktor Design" zu sehen. Sie zeigt Exponate, die den Designpreis Focus Open des Design Center Baden-Württemberg erhalten haben. (Alle Fotos: Design Center Baden-Württemberg)

Die Vorteile von Design erkennen

Jeder Unternehmer hat sich wahrscheinlich schon einmal gefragt, ob Design wirklich notwendig ist, vor allem wenn es nicht um Produkte für den Endkunden geht, sondern um Investitionsgüter. Das Design Center Baden-Württemberg, angesiedelt beim Regierungspräsidium Stuttgart, hat sich die Förderung des Dialogs zwischen Industrie und Designwirtschaft auf die Fahnen geschrieben. Es bietet, im Rahmen der Wirtschafts- und Designförderung des Landes, KMU kostenfreie Beratung, veranstaltet Kongresse, Seminare, Vorträge und Ausstellungen. Darüber hinaus vergibt es den internationalen Designpreis „Focus Open“.

Die noch bis zum 31. Januar laufende Ausstellung „Erfolgsfaktor Design“ vermittelt einen Eindruck davon, was Design alles leisten kann. Im Haus der Wirtschaft in Stuttgart werden Exponate aus unterschiedlichen Branchen präsentiert: Möbel, Medizingeräte, Leuchten, Investitionsgüter, Hausgeräte oder E-Roller spiegeln wider, dass Design eine Querschnittsdisziplin ist, die in jeder Branche greift.

Focus Open – ein Wettbewerb für alle

Große und kleine Unternehmen zeigen, wie sie sich durch Innovationsstärke vom Wettbewerb absetzen und ihre Marken durch professionelles Design nachhaltig stärken. Alle Hersteller, die sich innerhalb dieser Ausstellung präsentieren, binden Designleistung konsequent in ihren Unternehmensprozess ein und sind zusammen mit ihren Designpartnern Preisträger des Internationalen Designpreises Baden-Württemberg Focus Open 2018. Unter den ausgezeichneten Herstellern finden sich zum Beispiel Dieffenbacher mit einem Messerring-Zerspaner, Wiha, mit einem elektrischen Schraubendreher, Kavo Dental mit einem neuen Gerät zur professionellen Zahnreinigung, Löwenstein Technologie mit einer Nasalmaske, Miele mit einem Saugroboter, Tojo Möbel mit einem innovativen Regalsystem. Ein japanisches und ein dänisches Unternehmen gehören ebenso zu den Ausgezeichneten wie Lamy, Grohe oder Tobias Grau.

Christiane Nicolaus, Direktorin des Design Center, ist besonders stolz darauf, dass am Focus Open jedes Unternehmen teilnehmen kann, auch kleine und Einzelkämpfer. Grund dafür sei die nicht-kommerzielle Ausrichtung dieses internationalen Designpreises mit seinen damit einhergehenden moderaten Kosten. In der Ausstellung kann man als Beispiel für den Erfolg eines kleinen Unternehmens unter anderem das Krippenspiel von „Tagwerk 64“ mit Designer Siegfried Stampfer aus Bad Wurzach bewundern, der mit einem „Special Mention“ ausgezeichnet wurde. Er hat ein minimalistisches Krippenspiel mit maximal 24 Teilen aus unbehandeltem Ahornholz geschaffen, das im Verpackungskarton aufgebaut wird – perfekt „für alle, die wenig Platz haben“, wie die international besetzte Jury befand.

Design schafft mehr Wert

„Bei unserer Auszeichnung und der gesamten Arbeit des Design Center Baden-Württemberg steht der Fördergedanke im Vordergrund“, betont Nicolaus. „Wir  bieten neutrale und kostenfreie Beratung für Unternehmen und Designer. Mit Veranstaltungen wie der ‚Work Conference Transforming Industrial Design – Erfolgsfaktoren für Produktentwicklung und Industriedesign‘ möchten wir die Verantwortlichen in Unternehmen auf den Wettbewerbsfaktor Design aufmerksam machen, mit anderen am Entwicklungsprozess Beteiligten vernetzen und sie weiterbilden.“

Nicolaus ist überzeugt, dass „Design ein enormer Innovationstreiber und Erfolgsfaktor ist, Wettbewerbsvorteile erzielen und neue Geschäftsfelder schaffen kann“. Sie weiß, wovon sie spricht, denn die Diplom-Designerin kann jahrzehntelange Erfahrung in der Industrie vorweisen. Den Einwand, Design sei zu kostspielig, lässt Nicolaus nicht gelten: „Das kann man nicht verallgemeinern. Je nach Branche und Fertigungsverfahren machen die Designkosten gerade einmal etwa drei Prozent der Gesamtkosten aus.“ Voraussetzung sei allerdings, die Designer schon zu Beginn der Produktentwicklung in den Prozess einzubinden. Dabei sei es egal, ob es sich um ein internes oder ein externes Team handle. „Das interne Team verfügt über die Kenntnis der Prozesse und Verfahren im Unternehmen sowie der Produkte, die Externen bringen neue Denkweisen ein“, so Nicolaus. „Wer sich darüber informieren möchte, wie andere Hersteller in Baden-Württemberg Design im Unternehmen einbinden, dem empfehle ich unsere Publikation ‚Innovationstreiber Industriedesign‘. Hier stellen 72 Hersteller aus acht Branchen besondere Projekte vor. Informationen zu Kooperationsformen zwischen Industrie und Designwirtschaft, zu Vergütungsmodellen und zu Schutzrechten runden den Inhalt ab." Die Publikation ist als Buch kostenlos über das Design Center Baden-Württemberg oder als Download erhältlich.

Interessante Termine:

Die Bewerbungsfrist für den Focus Open 2019 läuft am 8. März 2019 ab.

Die Work Conference Transforming Industrial Design findet am 28. Juni 2019 im Haus der Wirtschaft  statt.

www.design-center.de

Tipp: In der Januar-/Februar-Ausgabe 2019 des Familienunternehmermagazins „Die News“ erfahren Sie mehr über das Angebot des Design Centers und lesen mehr zum Thema Design, unter  anderem ein Gespräch mit dem Designer Jürgen R. Schmid und ein Interview mit Unternehmer Dr. Kurt Schmalz.

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