Moderne ERP-Lösungen: Mehrwert für alle erhöhen
Moderne ERP-Lösungen bieten im Vergleich zu alten Systemen auch Mittelständler viele zusätzliche Möglichkeiten, um ihre Prozesse zu optimieren und den Mehrwert für ihre Kunden zu erhöhen.

Moderne ERP-Lösungen: Mehrwert für alle erhöhen

Bereits in den 90er-Jahren haben die meisten Mittelständler in Deutschland den Nutzen von ERP-Lösungen erkannt. Doch bei vielen ist eine Modernisierung der Systeme längst überfällig. Die Redaktion sprach darüber mit Philipp Erdkönig von der Comarch Software und Beratung AG.

Worin liegen die Vorteile moderner ERP-Lösungen?

Philipp Erdkönig: Gegenüber den Altsystemen aus den 90er-Jahren, die unter anderem oft an einer schlechten Vernetzung leiden, läuft der Datenfluss und -austausch mit modernen ERP-Lösungen weitaus reibungsloser. Waren frühere Lösungen eher für interne Prozesse ausgelegt, spielt heute die externe Komponente eine immer wichtiger werdende Rolle. Man denke zum Beispiel an das Internet der Dinge. Heutige Lösungen sind also in der Lage, sämtliche Prozesse in ihrer zunehmenden Komplexität besser abzubilden. Zudem machen Anwendungen in der Cloud die Nutzung vom Standort unabhängig – unabdingbar in Zeiten der Digitalisierung.

Welche Erfahrungen haben die Comarch-Spezialisten bei der Zusammenarbeit mit Mittelständlern gemacht, wenn es heute um die Optimierung von Prozessen durch ERP-Lösungen geht?

Noch vor ein paar Jahren verharrten viele mittelständische Unternehmen in einer abwartenden Haltung, wenn es um die Modernisierung ihrer Systeme ging. Doch heute ist der Druck von Seiten des Marktes, der Kunden und Geschäftspartner so groß, dass sie etwas in dieser Richtung tun müssen. Was gerne dabei übersehen wird, ist, dass die Digitalisierung nicht allein dazu dient, Prozesse zu optimieren oder günstiger zu machen, sondern Möglichkeiten bietet, das Ganze auch anders zu machen. Wichtige Fragen könnten zum Beispiel sein: Wie kann ich mit einer modernen ERP-Lösung einen neuen Zusatznutzen für meine Kunden generieren, ein Problem meiner Kunden besser lösen? Wo möchte ich mit meinem Unternehmen in den nächsten Jahren stehen? Was könnte für mich in Zukunft relevant sein? Hier tun sich die Unternehmen mitunter sehr schwer.

Können Sie ein Beispiel nennen, wie so ein Zusatznutzen für einen Kunden aussehen könnte?

Einer unserer Kunden ist ein Zulieferer der Bauindustrie. Der Fensterhersteller besucht während der Bauphase regelmäßig die Baustellen und erfasst mit einer mobilen Anwendung alle Daten, die benötigt werden, um die Fenster nach Maß fertigen zu können. Einen Teil dieser Daten – welches Fenster in welchem Raum wie einzubauen ist – stellt er auch dem ausführenden Bauunternehmen in einer App zur Einbauunterstützung zu Verfügung, was den Bauablauf für dieses wesentlich erleichtert.

Wie sieht es mit dem Thema Sicherheit aus?

Da herrschen im Kontext von Cloud-Lösungen nach wie vor große Bedenken vor. Daher braucht man einen Anbieter, der stark auf Sicherheit und Verschlüsselung setzt. Wir von Comarch zum Bespiel verfügen über eine hohe Expertise in Sachen Cyber-Security, auf die viele Banken und auch militärische Einrichtungen schwören. Zudem darf natürlich eine entsprechende Zertifizierung nicht fehlen.

Was gewährleistet die möglichst reibungslose ERP-Einführung?

Wenn von Anfang an klar ist, welche Ziele mit der Implementierung einer neuen Lösung verbunden sein sollen. Und es darf nicht der Fehler gemacht werden, alle Funktionen aus dem Altsystem eins zu eins nachbauen zu wollen. Das sollte unbedingt unterbunden werden, aber leider übertönen in manchen Fällen die Bewahrer in den Unternehmen jene Mitarbeiter, die das enorme Potenzial von Neuentwicklungen für die Zukunft des Unternehmens erkannt haben. Unerlässlich ist zudem ein strukturierter Zeitplan, der auch die rechtzeitige Schulung von Mitarbeitern beinhalten muss. Bei Schulungen an sich haben sich vor allem Key-User bewährt, also Mitarbeiter, die ihren Kollegen die Anwendungen auf Augenhöhe und in der „gleichen Sprache“ näherbringen.

Wo lauern Fallstricke bei der Implementierung?

Vor allem wenn zu viele Softwarelieferanten ihre Finger im Spiel haben. Da ist die Gefahr groß, dass nicht alles aus einem Guss ist und es bei Verzögerungen zu einer langwierigen Suche nach Fehlern bei den Schnittstellen und den dafür Verantwortlichen kommt. So spricht vieles für einen einzigen Partner, der dann auch die Verantwortung für das gesamte Projekt trägt, alle Anforderungen eines mittelständischen Unternehmens in seinem Gesamt-Portfolio standardmäßig abbilden kann und bei dem man je nach Bedarf, Bausteine hinzubuchen beziehungsweise freischalten lassen kann. Das verschafft dem Unternehmen die nötige Flexibilisierung und eine gewisse Kostenkontrolle. ERP-Lösungen verarbeiten auch sehr sensible Daten.

Was ist in Bezug auf die Datenschutzgrundverordnung zu beachten?

Der Umgang mit personenbezogenen Daten war bereits vor der Datenschutzgrundverordnung einem strengen Regelwerk unterworfen. Moderne ERP-Lösungen können die Unternehmen dabei aber unterstützen, konform nach der Datenschutzgrundverordnung zu handeln, beispielsweise, wenn es um die Zustimmung des Adressaten bei Newslettern geht. Außerdem lassen sich Daten je nach Sensibilisierung gruppieren und die Zugriffe darauf entsprechend regulieren.

 

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Tipp

Als ERP-Spezialist forscht Comarch derzeit in der Demofabrik am RWTH Aachen Campus zur Digitalisierung der Fertigung und Logistik. Dabei geht es unter anderem um einen berührungslosen Produktionsprozess. Im Rahmen eines kostenlosen Webinars am 29. November erklären die Experten die wichtigsten Elemente des Internet of Production über den gesamten Produktlebenszyklus und zeigen anhand von Beispielen den Nutzen für mittelständische Unternehmen auf.

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