Teile deine Ideen – Teile dein Netzwerk
Autor Sascha Hackstein hält Netzwerken für notwendig und bereichernd, schlägt aber vor, sich zu fokussieren. (Grafik: Sylvia Wilms)

Teile deine Ideen – Teile dein Netzwerk

Soziale Medien sind in einer digitalen Arbeitswelt intern und extern nicht mehr wegzudenken. Doch es geht nicht nur darum, Schnelligkeit aufzunehmen, sondern darum, Komplexität zu beherrschen, Innovationsfähigkeit zu steigern und wettbewerbsfähig zu bleiben. Einen Beitrag dazu leisten auch soziale Business-Netzwerke, die es Führungskräften ermöglichen, einerseits Einfluss auf verschiedene Themen zu nehmen und andererseits selbst vielfältige Informationen zu gewinnen.  Blinder Aktionismus nützt allerdings wenig. Kompetenz und Strategie sind nötig.

Deshalb sollten zuerst einmal drei grundlegende Fragen geklärt werden:

  • Welchen Nutzen möchte ich aus dem Social Media Networking ziehen und was ist dabei Pflicht und was Kür?
  • Welchen Aufwand kann ich stemmen? Wie kann ich Netzwerkkompetenz aufbauen, ohne mich im Dschungel der Vielfalt verlieren?
  • Wo finde ich die Leute, mit denen ich mich austauschen möchte – offline und online? Networking geht über Social Media hinaus. Es muss nicht immer online geschehen, sondern es geht auch offline.

 

Als ich mich vor sieben Jahren auf Xing registrierte, hatte ich keine Idee, was ich dort eigentlich tun wollte. Ich bezweifelte, dass ich zur Pflege meiner Kontakte ein Online-Telefonbuch brauchte und ich sah keinen Nutzen darin, auf einer Plattform meine Kollegen, die ich sowieso kannte, zu meinen Freunden zu erklären.

Das richtige Mindset

Sieben Jahre später weiß ich, was ich mir von meinen beruflichen Netzwerken verspreche: Ich möchte mich mit anderen Menschen auf der Grundlage persönlicher Expertise, Arbeits- und Lebenserfahrung sowie gemeinsamer Interessen austauschen, Beziehungen aufbauen und meinen Horizont erweitern. Networking verstehe ich als Chance, sich gegenseitig weiterzubringen, sodass alle Beteiligten einen Erkenntnis- und möglichst einen konkreten Handlungsnutzen haben. Ideen entwickeln sich besser und schneller, wenn man sie teilt. Gerade auf B2B-Social-Media-Plattformen geht es nicht nur um die Erweiterung des Netzwerks. Es geht um Erfahrungen und Kompetenzen, die man austauschen und erweitern kann, ohne dafür eine  Verpflichtung im Business eingehen zu müssen. Es wird nichts verkauft und ich muss nichts kaufen – das ist meiner  Ansicht nach das richtige Mindset für professionelles Networking.

Heterogene Netzwerke bereichern

Die Menschen, mit denen ich mich austauschen möchte, finde ich auf Plattformen ebenso wie auf Veranstaltungen und ich möchte beide nicht vernachlässigen. Plattformen haben den Vorteil, dass ich dort Menschen kennenlernen kann, die ich sonst vielleicht niemals getroffen hätte, weil wir uns an unterschiedlichen Orten, in unterschiedlichen Ländern oder in unterschiedlichen Branchen bewegen. Je heterogener das Netzwerk ist, desto besser gelingt es, sich im  Austausch Inspiration zu holen und den eigenen Horizont zu erweitern. Deshalb bevorzuge ich auch Veranstaltungen zu Themen, die mir nicht vertraut sind und gehe auf Menschen zu, die ich nicht kenne. Das erschließt mir neue Gedanken und Zusammenhänge. Es bereichert, die Dinge aus anderen Perspektiven zu betrachten.

Nicht jeder muss ein Influencer werden

Die Zeit, die ich für das Networking aufwenden kann, ist beschränkt. Deshalb fokussiere ich mich seit einiger Zeit auf LinkedIn. Während die Entwicklung auf Xing meiner Ansicht nach stagniert, bietet LinkedIn ergänzende Dienstleistungen an, um dem Nutzer die professionelle B2B-Netzwerkpflege zu erleichtern. Darunter fallen zum Beispiel die zielgerichtete Analyse von Interessengemeinschaften oder Kontakten mit dem Sales Navigator sowie die Präsentation personalisierter Inhalte auf PointDrive. Begonnen habe ich mit einer Kommentierung. Später habe ich kleinere Beiträge und hin und wieder einen Artikel gepostet – aus Überzeugung, weil mir die Themen wichtig waren, und auch aus Neugier, um zu sehen, was passieren würde. Besonders toll finde, ich, dass es auf LinkedIn im Vergleich zu Xing, viel mehr Resonanz gibt, unmittelbares Feedback, das immer wieder neue Aspekte in die eigenen Überlegungen bringt.

Ich fahre gut damit, dass ich mich neben meinen Offline-Aktivitäten auf eine Plattform fokussiere.  Ich werde wohl nicht zu einem Influencer, aber das muss auch nicht sein, denn das ist die Kür. Pflicht ist es, stets für ein repräsentatives und gepflegtes Profil zu sorgen. Offline treten wir ja auch professionell auf.

Mein Fazit: Networking auf Social-Media-Plattformen muss kein Zeitfresser sein. Wer hin und wieder nützliche Inhalte präsentiert, die eigene Meinung vertritt, authentisch bleibt und sich regelmäßig Zeit nimmt, kann dort exzellente Kontakte knüpfen und besehende pflegen. Allerdings sollte man dranbleiben und in Zeiten, in denen es beruflich „brummt“, die Netzwerkpflege nicht vernachlässigen. (Sascha Hackstein)

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