Zukunft 4.1

Jörg Heynkes, Redner, Autor und „Zukunftsmacher“, versucht seine Leser davon zu überzeugen, dass die Welt nur digital zu retten ist oder gar nicht. Er vergleicht die Digitalisierung mit einem Tsunami, dem wir nur begegnen können, wenn wir wissen, besser begreifen, worum es geht. Wir brauchen also Digitalkompetenz und Mut. Die Europäer, vor allem die Deutschen, seien von Vorsicht, Skepsis und Angst geprägt, so der Autor. Das hindere sie daran, mutig und offen auf das Neue zuzugehen. Außerdem ist er überzeugt, dass die deutsche Industrie in den letzten Jahren zu erfolgreich war und darüber träge wurde, denn: „Erfolg macht besoffen.“ Das Ergebnis davon sei, dass Politik und Industrie gemeinsam den Fortschritt be- oder gar verhinderten.

Der Autor ist überzeugt, dass sich alle großen Probleme der Welt wie Ernährung der 7,5 Milliarden Menschen, saubere Energie, Mobilität mit Hilfe der Digitalisierung, intelligenter Algorithmen und künstlicher Intelligenz lösen lassen, ohne die Erde dabei zugrunde zu richten. Doch dafür müssen wir über unseren eigenen Schatten springen und uns Gentechnik, autonomem Fahren und auch der In-Vitro-Fleischproduktion unvoreingenommen nähern. Er plädiert dafür, neue Technologien auszuprobieren und die notwendigen Regulierungen Schritt für Schritt einzuführen.

Heynkes entwirft verführerische Bilder einer zukünftigen Welt, in der uns Roboter dienen, das Leben erleichtern und Entscheidungen unvoreingenommen auf Basis einer Faktenanalyse treffen. Auch Politiker würden in dieser Welt überflüssig. Sie hätten sowieso für die meisten Entscheidungen gar nicht die nötige Kompetenz. Der Autor ist sich durchaus bewusst, dass die Digitalisierung für viel mehr Menschen als Politiker ein Jobkiller sein wird, doch die könnten sich ja anderweitig nützlich machen. Sie müssten eben schon jetzt nach Alternativen für sich Ausschau halten. Und: Die Digitalisierung ermögliche uns letztlich den  Schritt aus der Leistungsgesellschaft heraus. Es gebe keinen Grund, weshalb wir für alle Zeiten acht Stunden am Tag für Geld arbeiten sollten.

Manchem Leser mögen Heynkes Visionen der Zukunft etwas utopisch scheinen, doch das Buch ist trotzdem sehr empfehlenswert, denn es hilft uns dabei, zu verstehen, was Digitalisierung eigentlich ist, welche Möglichkeiten hinter dem Schlagwort stecken. Digitalisierung ist eben nicht Industrie 4.0, sondern geht weit über ein paar vernetzte Maschinen hinaus. Darüber hinaus liest sich das Buch gut und regt zu eigenen Visionen an. (-ap)

Zukunft 4.1 – Warum wir die Welt nur digital retten – oder gar nicht, ISBN 978-3-947572-05-2, € 19,90, auch als E-Book erhältlich

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