Start-up: Exitgames: Gemeinsam Abenteuer erleben
Mission Revolution – Spieler im Zimmer „Revolucion Olé“.

Start-up: Exitgames: Gemeinsam Abenteuer erleben

Wer wollte nicht schon einmal auf Schatzsuche gehen, einen Kriminalfall lösen oder gar die Menschheit retten? In so genannten  Live Escape Rooms werden solche Träume wahr, ohne dass man sich tatsächlich in Gefahr begibt. In der Stuttgarter Theodor-Heuss-Straße 32 und an zwei anderen Standorten in der Stadt ermöglicht das Start-up Exitgames solche kleinen Fluchten aus dem nicht immer spannenden Alltag. In insgesamt elf verschiedenen Themenräumen kann man der banalen Realität entfliehen und Missionen aller Art erfüllen – eine Revolution anzetteln, eine versteckte Erbschaft finden oder einen Serienkiller dingfest machen.

„Die Entwicklung neuer Spiele machen unsere Kollegen von Exitventures“, sagt Marketingleiter Michael Schindler. „Der Fantasie der Game Designer sind keine Grenzen gesetzt. Sie denken sich immer wieder spannende Geschichten aus, denn am Anfang jedes Escape Rooms steht eine spannende Geschichte, die dann von Bühnenbildnern und Handwerkern umgesetzt wird. Der Spieler findet sich in einer authentischen Umgebung wieder, in der jedes Detail stimmt und die auch geschickt die Hinweise verbirgt, die dabei helfen, das Rätsel zu lösen.

Zurück zur Kommunikation

Escape Games kommen eigentlich aus der Computerwelt. Seit etwa 2007 werden sie jedoch zunehmend als Spiele in realen Räumen, als Live Escape Games beliebt. Japan war hier Vorreiter. Anfangs wurden kleine Gruppen in einen Raum eingesperrt und mussten ihr Gefängnis innerhalb einer Stunde mit Hilfe der darin versteckten Hinweise und Gegenstände wieder verlassen. Inzwischen haben sich die Spiele weiterentwickelt. Es geht für die Spieler jetzt darum, eine vorgegebene Mission zu erfüllen. Außerhalb des Spiel-Raums sitzt ein Spielleiter, der über Monitore und Kopfhörer verfolgt, wie die Spieler zurechtkommen und bei Bedarf auch weitere Hinweise geben kann.

Das Spielen in Live Escape Rooms sieht Schindler auch als Gegenbewegung zum Egotrip vor dem Computer: „Die Leute haben wieder Lust darauf, sich mit anderen zu treffen und etwas zusammen zu unternehmen, aber spannend sollte es sein und aktiv. Nur vor dem Bildschirm zu sitzen, ist vielen zu wenig. Sie möchten selbst handeln.“ Die Spieler gehörten weder einer bestimmten Altersgruppe noch bestimmten gesellschaftlichen Schichten an. „Wir haben Teilnehmer von 16 bis zu 70 Jahren. Man braucht für die Spiele keine Kraft, sondern vor allem Köpfchen. Mittlerweile nutzen auch Firmen unser Angebot für Teambuilding Events“, so Schindler.                           

Vom Verein zum Unternehmen

Gründer Michael Bierhahn hat das Spiel in Live Escape Rooms bei einem Aufenthalt in Budapest entdeckt und war so begeistert, dass er 2014 zunächst einen Verein gründete und mit einem Raum den Spielbetrieb startete. 2015 wurde eine Unternehmergesellschaft mit vier Gesellschaftern gegründet und Räume bei Accelerate Spaces angemietet. Im August 2016 folgte die GmbH-Gründung. Mittlerweile arbeiten etwa 80 Menschen für das Start-up, darunter viele Teilzeitkräfte, Freie und Studenten, denn der Spielbetrieb findet nach Auskunft von Schindler hauptsächlich abends und von Freitagnachmittags übers Wochenende statt. „Wir erweitern unser Angebot ständig“, sagt Schindler. „Wir experimentieren viel und entwickeln neue Möglichkeiten, die das Angebot zusätzlich aufwerten. Dazu gehören zum Beispiel ein Spiel für Kinder, die Zusammenarbeit mit den Cinemaxx-Kinos und das  Montagsrätsel auf unserer Facebook-Seite. Zu Halloween hatten wir in unseren Räumen ein Special mit Schauspielern im Angebot.“

Mobile Spiele

Das Team hat außerdem zwei neue Spielmöglichkeiten entwickelt. „Wir bauen unsere Räume auch an anderen Standorten auf, zum Beispiel in Unternehmen oder auf Messen“, erklärt Schindler. „Mit den ‚City Adventures‘ bieten wir eine GPS-gesteuerte Spieltour in Stuttgart an mit Elementen aus Augmented Reality (AR), mobilen Rätselboxen und Knobelspaß.“ Die Tour dauert zwei bis drei Stunden und die Gruppe erhält ein Tablet sowie eine Umhängetasche mit Rätseln und Utensilien. Ein Kobold, der über AR sichtbar wird, gibt den Spielern Hinweise. „Das Ganze kann man mit einem Abendessen verbinden. Im vergangenen Dezember waren Spielgruppen auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt unterwegs“, erzählt Schindler.

Es gehe darum, neue Trends und Möglichkeiten sehr schnell zu erkennen und umzusetzen, sagt Schindler. „Flache Hierarchien, ein junges Team, das selbst gerne spielt, und der schnelle Test von Ideen durch Versuch und Irrtum sind dafür Voraussetzung.“

www.exitgames-stuttgart.de

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