Selbstbewusst, aber nicht selbstzufrieden
„Wir hören unseren Kunden sehr gut zu, sind aufgeschlossen, kompetent, selbstkritisch und stellen die eigene Technologie immer wieder in Frage“, sagt Stefan Euchner, Geschäftsführer der Euchner GmbH + Co. KG.

Selbstbewusst, aber nicht selbstzufrieden

Die industrielle Sicherheitstechnik ist das Kernthema der Euchner GmbH + Co. KG. Die Produktion in Leinfelden-Echterdingen zeigt, worum es geht: um höchste Präzision und Qualität, erzielt mit schlanken Prozessen und akribischer Dokumentation. Doch das ist nur das Offensichtliche.

Basis des Erfolgs sind eine über Jahrzehnte entwickelte Erfahrung und Kompetenz sowie ein tiefes Marktverständnis, ein überaus enger Kontakt zum Kunden und dessen Einbindung in Entwicklungsprozesse. „Flache Kommunikationsstrukturen ermöglichen es, Entscheidungen nahe am Markt zu treffen und schnell und flexibel auf Marktveränderungen zu reagieren. Oftmals werden neue Produkte nicht nur für, sondern gemeinsam mit den langjährigen Kunden entwickelt. Als Familienunternehmen behalten wir seit über drei Generationen die Anregungen und Wünsche unserer Kunden immer im Auge. Dies ist der Schlüssel unseres Erfolgs“, betont Geschäftsführer Stefan Euchner, der das Familienunternehmen seit 1997 führt.

Produktivität der Kunden steigern

Das Unternehmen hat bereits in den 60er-Jahren mit hoch präziser, hoch zuverlässiger Elektromechanik die Weichen für die heutige Spitzenstellung gestellt. Seit den 80er-Jahren befasst sich Euchner mit der Transpondertechnik. Heute können die Spezialisten auf die vorhandene Technologie zurückgreifen, um neue Anwendungen zu entwickeln. Ein Beispiel ist das Electronic-Key-System EKS, das auf der Transpondertechnik basiert. Dabei handelt es sich um einen oder mehrere elektronische Schlüssel und eine Lesestation. Auf dem Schlüssel befindet sich ein frei programmierbarer Speicher. Mit dem EKS lassen sich Zutritt zu Schutzbereichen, Betriebsartenwahl für Anlagen und Maschinen, Zugang zu Steuerungen und Betriebsparametern, Nachvollziehbarkeit durch elektronische Signatur etc. realisieren. Die Daten des Schlüssels werden von der Lesestation über eine Datenschnittstelle an die Steuerung übertragen. Die Schlüssel sind Personen individuell zuordenbar und können nicht kopiert werden. Selbst Schulungsmaßnahmen für gefährliche Arbeiten lassen sich auf dem Schlüssel speichern, sodass nur diese Personen  die entsprechenden Tätigkeiten ausführen können. „Der Nutzen des Systems ist vielfältig“, erklärt Thomas Rupp, Leiter Vertrieb Technik. „Unter anderem verkürzt es die Einrichtzeiten, steigert die Sicherheit am Arbeitsplatz, reduziert die Ausfallzeiten und automatisiert die Abläufe in der Warenwirtschaft.“ So könne man über den EKS-Schlüssel beispielsweise nicht nur Be- und Entladepunkte zuweisen, sondern gleichzeitig die gelieferte Menge erfassen und dem Lieferanten zuordnen.

Produkt-Evolution im Dialog

„Wir haben die Sicherheitstechnik evolutionär weiterentwickelt. Dabei folgen wir den Kundenanforderungen und der Evolution am Markt“, sagt Euchner. „Wir haben die Sicherheit von Menschen, Anlagen und Prozessen ebenso im Auge wie die Qualitätssicherung der Produkte beim Endanwender. Unsere Produkte tragen dazu bei, Kosten zu senken und die Produktivität zu erhöhen.“

Damit man das stets von neuem erreiche, sei es notwendig zu wissen, was der Kunde jetzt und in Zukunft brauche, ist der Geschäftsführer überzeugt. „Wir hören unseren Kunden sehr gut zu“, sagt er. „Wir sind aufgeschlossen, kompetent, selbstkritisch und stellen die eigene Technologie immer wieder in Frage.“ Man sitze mit den Kunden an einem Tisch und diskutiere auf Augenhöhe. Ebenso sei man mit den Anwendern in stetigem Austausch. „Viele tausend Menschen arbeiten jeden Tag mit unseren Produkten. Ihre Erfahrungen ermöglichen uns, immer etwas schneller und besser zu sein als der Wettbewerb“, sagt Euchner. „Sie schätzen unsere Kompetenz und wissen, dass sie mit uns keine Zeit verschwenden.“ Der Dialog mit Kunden und Anwendern ergänze hierarchische Produktfindungsprozesse. Nur vom Kunden und den Anwendern erfahre man, welche Verbesserungen tatsächlich gebraucht würden, ob das Produkt kleiner oder stabiler werden solle, eine zusätzliche Schnittstelle brauche, die Daten über Funk auslesbar sein sollten und vieles mehr.

Ein Team – gemeinsame Werte

Euchner und Rupp wissen, dass der Erfolg durch die Mitarbeiter und ihr Engagement bestimmt wird. „Menschen sind motiviert, wenn sie glücklich und zufrieden, aber nicht selbstzufrieden sind“, sagt Euchner. „In den vergangenen Jahren haben wir viele Mitarbeiter neu eingestellt, aber davor lag die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit bei 17 Jahren“, sagt Rupp, der selbst 1990 ins Unternehmen eintrat. „Das schafft Loyalität und Vertrautheit.“ Dazu trage auch der Führungsstil von Stefan Euchner bei. „Er verfügt über ein umfassendes Wissen über Märkte und Produkte und tritt trotzdem sehr bescheiden auf. Das hat Auswirkungen auf das Betriebsklima.“ Die tägliche Zusammenarbeit beruhe auf Aufgeschlossenheit, Anerkennung, Respekt, Rücksichtnahme und Flexibilität. „Im Idealfall muss ich mir anhören, was ich gar nicht wissen will“, schmunzelt Euchner. „Wir sind Teamplayer. Egoisten bleiben bei uns nicht lange.“

Kurz vorgestellt: Die Euchner GmbH + Co. KG entwickelt und produziert hochwertige Produkte für den Maschinen- und Anlagenbau. Schwerpunkt ist der Bereich der industriellen Sicherheitstechnik. Die Sicherheitsschalter und -systeme des Unternehmens überwachen Schutztüren und Klappen an Maschinen und Anlagen, helfen Gefahren und Risiken zu minimieren und schützen so Menschen und Prozesse. Darüber hinaus bietet das Familienunternehmen ein breites Produktprogramm für die Mensch-Maschine-Schnittstelle und Schaltgeräte für die Automatisierung. Das 1953 von Emil Euchner gegründete Unternehmen wird heute von dessen Enkel Stefan Euchner geführt, beschäftigt rund 700 Mitarbeiter und erzielt einen Jahresumsatz von etwa 135 Millionen Euro. Mit insgesamt vier Produktionsstätten verteilt auf Deutschland, China und Indien sowie 16 Vertriebstochtergesellschaften ist das Unternehmen aus Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart weltweit tätig. „Ein tiefes Verständnis der Kundenwünsche und -prozesse, Qualitätsstandards die über dem liegen, was Normen und Gesetze vorschreiben, hohe Kompetenz, und die Fähigkeit zur Selbstkritik machen uns zu den Besten in unserer Branche“, sagt Geschäftsführer Stefan Euchner. (- ap)

www.euchner.de

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