Transparenz ist das A & O
Deko-Artikel, Wohnaccessoires und Kleinmöbel soweit das Auge reicht: Die Gries Deco Company betreibt unter ihrer Marke „Depot“ in Deutschland, Österreich und der Schweiz rund 550 Filialen. Zudem bietet das Unternehmen für den Handel so genannte Shop-in-Shop-Lösungen an.

Transparenz ist das A & O

Die Gries Deco Company ist vor allem für ihre Marke Depot bekannt, unter der Deko-Artikel und Wohnaccessoires online und über ein Filialnetz verkauft werden. Um seine Abläufe noch reibungsloser zu gestalten, hat das Familienunternehmen seine Supply Chain komplett neu aufgestellt.

Der Einzelhändler mit Hauptsitz in Niedernberg am Main betreibt in der DACH-Region über 550 Filialen, die jeden Tag mit den passenden Produkten versorgt werden müssen. Zudem ist man „auch online stark unterwegs, um dem heutigen Kaufverhalten der Kunden gerecht zu werden“, wie Geschäftsführer und COO Dr. Patric Spethmann unterstreicht. „Wir sind ein Cross-Channel-Retailer, der das Ziel hat, alle Wohnzimmer in Deutschland, Österreich und in der Schweiz liebevoll mitzugestalten. Mehr noch: Jeder, der sich mit einem schöneren Wohnen, mit dem Thema Dekoration beschäftigt, soll gleich an die Marke Depot denken“, beschreibt der Manager die Vision von Gries Deco.

Lieferkette digitalisiert

Unter anderem kommt hier eine Schlüsselrolle zum Erreichen dieser Ziele laut Spethmann der Supply Chain zu, die das Unternehmen heute mit einer eigens entwickelten digitalen und cloudbasierten Software jederzeit im Blick hat. Das Lieferketten-Konzept gewann im September dieses Jahres den unter anderem von PWC und dem Logistikmagazin „Logistik heute“ verliehenen Supply Chain Management Award 2017. „Als Retailer rund um Dekoartikel müssen wir in der Lage sein, nicht nur im alltäglichen Geschäft, sondern auch zu Anlässen wie Weihnachten und Ostern, an denen besonders viele Artikel über die Theke gehen, entsprechend robust, aber auch flexibel zu agieren – offline wie online“, sagt der 39-Jährige und ergänzt: „Alles muss end-to-end möglichst geräuschlos und transparent ablaufen.“ So begann das Unternehmen vor ein paar Jahren, alle dafür wichtigen Daten wie Informationen aus dem SAP-Warenwirtschaftssystem oder die Software für die Performance-Messungen in eine Cloud zu übertragen. Zudem wurden Lieferanten und Transporteure ins Online-Netzwerk mit eingebunden. Mit der Cloud-Lösung hat Gries Deco jetzt alle wesentlichen Kennzahlen jederzeit im Blick und kann bei Lieferengpässen, Unwettern und anderen Verzögerungen zeitnah reagieren und nach passenden Alternativen suchen. „Wir hatten zum Beispiel schon den Fall, dass eine große Reederei nach und nach in die Pleite rutschte und aufgrund dessen immer weniger Fracht transportierte. Das hat unser System registriert und Alarm geschlagen. So konnten wir unsere Container rechtzeitig umlenken und Schlimmeres vermeiden. Das hat uns eine Menge Kosten und Ärger erspart“, erzählt der Geschäftsführer. Diese Risikomessung hat auch die Jury des Supply Chain Management Awards beeindruckt.

Behörden in Cloud mit eingebunden

Doch ein Ärgernis blieb lange Zeit bestehen: „Wir hatten zwar jetzt eine Softwarelösung, mit der wir in der Lage waren, die Lieferprozesse zu optimieren, allerdings gab es nach wie vor das Problem mit den Zollbehörden. Denn es kann mitunter bis zu drei Wochen dauern, bis alle Zollangelegenheiten geklärt sind. Das ist ein wahrer Flaschenhals und verheerend in einem Geschäft, in dem jeder Tag Gold wert ist.“ Das Unternehmen entschloss sich daher, mit seiner Cloud auf die Behörden zuzugehen und stieß damit auf offene Ohren. Inzwischen können sämtliche Daten und Dokumente, mit den deutschen Beamten digital ausgetauscht werden, um die Abwicklung aller Zollangelegenheiten schnell, sicher und transparent zu erledigen. Und wie es aussieht, sind auch bald die Schweizer Behörden mit im Boot. „Die Durchlaufzeit konnten wir mit diesem Schritt und unserem Mut zur völligen Transparenz deutlich verkürzen. Das funktioniert jetzt richtig gut“, freut sich Spethmann.

Nicht nur Kosten gesenkt

Neben der Kosten- und Zeitersparnis hat sich ein enormer Effizienzgewinn in den Lieferprozessen ergeben. „Als ich vor vielen Jahren zu Gries Deco kam, kümmerten sich drei Mitarbeiter um den Import von rund 900 Containereinheiten (TEU). Heute sind es immer noch drei, aber sie managen 7.000 TEU. Das geht natürlich nur, weil wir fast alles digitalisiert haben, was sich digitalisieren lässt“, unterstreicht der Geschäftsführer. Die Mitarbeiter müssten praktisch nur noch dann eingreifen, wenn es zu Unregelmäßigkeiten komme. Für die kommenden Jahre sieht der COO weitere Aufgaben, die es für das Unternehmen in Bezug auf die Supply Chain zu meistern gilt, zum Beispiel die Verbesserung der Datenanbindung und damit eine weitere Steigerung der Transparenz. Ein Feld, in dem noch viel Potenzial schlummert, sieht man in den Logistiklagern. „Die Digitalisierung und die Robotertechnik versetzen uns in die glückliche Lage, den Automatisierungsgrad weiter zu erhöhen. Da wird es für uns auch in der Zukunft noch vieles zu tun geben.“ -hf

www.gries-deco-company.com

Tipp: Weitere Artikel zu den Themen Supply Chain und Wertschöpfungskette finden Sie in der Dezember-Ausgabe der News.

 

Fotostrecke

© 2018 Dr. Breitsohl Verlagsgesellschaft mbH. Alle Rechte vorbehalten. www.familienunternehmer-news.de | Website: travix-media.de