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Unternehmerin in ÄgyptenDie Münchnerin Ruth Grünauer hat vor zwölf Jahren den Sprung ins kalte Wasser getan und im ägyptischen Hurghada ein Café eröffnet. Der Badeort am Roten Meer ist vielen deutschen Urlaubern und Tauchern ein Begriff. Dort sind Sonne und gutes Wetter sozusagen garantiert. Es gibt viele gute und sehr gute Hotels wie das Mariott, das Steigenberger, das Grand Resort oder das Oberoi. Inzwischen beschränken sich die Touristen nicht mehr darauf, in ihren Hotels zu bleiben, sondern trauen sich hinaus in die Stadt. Davon profitiert auch das Café von Ruth Grünauer. Von München nach Hurghada
Die Münchnerin hat in Hurghada vor zwölf Jahren einen Neuanfang gewagt. In der Sheratonstraße, einer von Touristen frequentierten Flaniermeile, hat sie das Café Il da Capo eröffnet. „Schon mein Großvater war Gastronom. Mein Ziel war es, mit 40 Jahren einen Neuanfang in einem sonnigen, südlichen Land zu wagen“, erzählt Ruth Grünauer. „Ägypten hatte ich schon oft im Urlaub besucht und es gefiel mir. Also packte ich meine Sachen und versuchte hier einen Neustart. Damals brachte ich alle Geräte aus Deutschland mit.“ Das Il da Capo war das erste deutsche Café in dem ägyptischen Badeort. Und es lief gut: „Ich konnte sogar zwölf Leute einstellen.“, so die Wirtin. „Ruth hat die Kaffeekultur in Hurghada geprägt“, sagt eine Besucherin. „Bei ihr gab es die erste Latte Macchiato. Und hier bekommt man das, was wir Europäer unter einem guten Kaffee verstehen.“
Im Juni 2010 schloss die patente Münchnerin ihr Café: „Die ganze Straße wurde aufgerissen und der Vermieter wollte nach dem Ende der Bauarbeiten eine viel höhere Miete haben.“ Entschlossen machte sich Ruth Grünauer auf die Suche nach einer neuen Location für ihr Café. Doch das geht in Ägypten nicht so schnell. Schließlich fand sie ein neues Domizil für ihr Café in der Schulstraße, nur fünf Minuten vom alten Standort entfernt im Stadtteil Hadaba. Das Café mit seiner großen Terrasse ist leicht zu erkennen an einem Turm, an dessen Mauern sich eine leuchtend rote Bougainvillea emporrankt. Weltoffen und herzlich
Nach den Renovierungsarbeiten konnte die Wirtin im Januar 2011 neu eröffnen.“Dann kam die Revolution“, erzählt Ruth Grünauer, „und die Touristen blieben aus.“ Doch inzwischen ist das Il da Capo zu einer Institution geworden und verfügt über viele Stammgäste, die dem Café die Treue halten und über die schwierige Zeit hinweg helfen. Viele der in Hurghada lebenden Ausländer treffen sich im Il da Capo. Man tauscht sich aus, die Neulinge erhalten Tipps, wo und wie sich welche Dinge regeln lassen, in welchen Supermärkten man deutsche Produkte kaufen kann und vieles mehr. „Das Café ist sozusagen der Dorfbrunnen für uns in Hurghada“, sagt eine Deutsche.
Mittlerweile kommen so langsam auch die Touristen wieder. Ägypter zählen ebenfalls zu den Gästen. Die einen schwelgen in Brezeln, Leberkässemmeln und selbst gebackenem Kuchen, die anderen kommen zum Frühstück vorbei oder auf eine Tasse Kaffee oder Tee nach einem anstrengenden Shoppingausflug. Die Moslems können sicher sein, dass die Speisen bei Ruth „Halal“ sind, das heißt, was den Koran betrifft korrekt hergestellt. Alkohol gibt es nicht im Il da Capo, dafür Eis, das man bedenkenlos essen kann, frisch gepresste Säfte, Milchshakes, Kaffeespezialitäten, leckere Salate und Käsespätzle. Nicht zu vergessen die herzliche Betreuung durch Ruth. „Ich möchte allen Gästen eine Ruheoase im doch eher hektischen und lauten ägyptischen Alltag bieten“, beschreibt sie ihre Philosophie. „Meine Gäste sollen hier ein Stück bayrische Gemütlichkeit finden.“
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