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Der Vorzeige-Familienunternehmer Ludwig Georg Braun

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So entspannt wie in seinen letzten Tagen als Vorstandsvorsitzender ist Ludwig Georg Braun wohl selten gewesen. Rund 34 Jahre lang - und nur noch wenige Tage - leitet er das Famlienunternehmen. Zum 1. April übergibt er die Unternehmensführung an den bisherigen Vize und Finanzvorstand Heinz-Walter Große. Der erste „Nicht-Braun“ an der Spitze. Er sei ganz entspannt, sagt Braun lachend. „Ich kann ja jederzeit sagen: „Ach, ich wollte mal vorbeikommen und guten Tag sagen.“

In sechster Generation

Wenn er sich einsetzt, dann richtig: Für eine Stiftung in seiner Heimatstadt Melsungen ist sich Ludwig Georg Braun - verheiratet, fünf Kinder - nicht zu schade, selbst an Türen zu klopfen und um Spenden zu bitten. Sein Sohn Otto-Philipp Braun gehört ab April zum neuen Vorstand. Er ist das erste Familienmitglied der sechsten Generation in Leitungsfunktion. Der 67-Jährige Ludwig Georg ist Ehrenpräsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Vorzeige-Familienunternehmer des Medizintechnik-Unternehmens B. Braun Melsungen, FDP-Mitglied und Kunst-Liebhaber. Überall in den Produktionshallen und Bürotrakten des Unternehmens findet man Werke junger Künstler.

Fleiß und Werte ganz oben

Mit der Rosen-Apotheke fing Ludwig Georgs Ur-Ur-Großvater Julius Wilhelm Braun 1839 in dem nordhessischen Städtchen an. Seit 1977 steht Ludwig Georg dem Unternehmen in Familienbesitz vor, damals mit etwa 3.000 Mitarbeitern und rund 517 Millionen DM Konzernumsatz. Heute beschäftigt B. Braun fast 42.000 Menschen in mehr als 50 Ländern der Erde, davon gut 11.000 in Deutschland. Ausgerechnet im Krisenjahr 2009 schreibt B. Braun mit vier Milliarden Euro den bis dahin höchsten Umsatz der Firmengeschichte und setzt 2010 noch einen drauf. Trotz der Dimensionen lebt Ludwig Georg Braun bis heute jenen christlichen Unternehmergeist, der geprägt ist von Fleiß, Disziplin, Zuverlässigkeit und Wertebewusstsein. Höflich im Ton, bestimmt bis hartnäckig in der Sache, verbindlich in der Absprache. (Von Timo Lindemann, dpa)