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Neuerscheinung in der Wifu-Schriftenreihe:

Familienunternehmen kreativ in der Wachstumsfinanzierung

Familienunternehmen bleiben lieber unabhängig von den Banken als um jeden Preis zu wachsen – das ist eine der zentralen Aussagen im vierten Band der Wifu-Schriftenreihe, der im Eul-Verlag erschienen ist. Eine andere ist laut Autor Dr. Florian Berthold, dass die Unternehmen zunehmend kreativ in der Kapitalbeschaffung werden und sich teilweise sogar über traditionelle Vorstellungen hinwegsetzen.

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„Die charakteristischen Wechselwirkungen in dem Merkmalsdreieck ‚Familienunternehmen – Wachstum – Finanzierung’ liegen noch weitgehend im Dunkeln. Genau hier positioniert sich die Arbeit und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum besseren Verständnis des Verhältnisses von Wachstum und Finanzierung in Familienunternehmen“, erläutert Prof. Dr. Rudolf Wimmer vom Wittener Institut für Familienunternehmen (WIFU) den momentanen Forschungsstand. Bertholds Thesen basieren auf Fallstudien von insgesamt acht großen deutschen Familiengesellschaften mit einem Jahresumsatz von mehr als 50 Millionen Euro. Bei allen Unternehmen liegt die Mehrheit der Gesellschaftsanteile in den Händen von Familien, die allerdings nicht in jedem Fall an der Unternehmensführung beteiligt sind. Unter Rückschluss auf den aktuellen Stand der Forschung ist so ein Hypothesengerüst entstanden, das die Zusammenhänge zwischen Wachstum und Finanzierung von Familienunternehmen beschreibt und die wechselseitigen Wirkungsrichtungen verdeutlicht.


Auf Dauer ein Familienunternehmen bleiben

Dr. Florian Berthold ist seit 2005 bei der Unternehmensberatung
Roland Berger im Bereich Restrukturierung und Refinanzierung in Krisensituationen tätig.

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„Die Untersuchung kann keine statistische Relevanz beanspruchen“, gesteht Berthold zu. „Allerdings kann man durchaus feststellen, dass sich das klassische Finanzierungsbild verändert.“ Alle Unternehmen zeigten sich sehr gut über die verschiedenen Finanzierungsinstrumente informiert. Sie suchen gezielt nach Möglichkeiten, Wachstum zu finanzieren, ohne dabei die Identität des Unternehmens zu gefährden. Dabei erweisen sie sich als sehr kreativ und flexibel. „Auch wenn die Untersuchung keine statistischen Aussagen treffen kann“, so der Autor, „lassen sich doch zwei Trends erkennen: Mezzanine Finanzierungen werden in Zukunft zunehmen. Zwar liegt der Markt derzeit ziemlich danieder, wird aber stärkeren Zuspruch erfahren, sobald er sich wieder erholt. Außerdem schrecken die Unternehmen auch nicht mehr so sehr wie in der Vergangenheit davor zurück, weitere Gesellschafter wie einen befreundeten Unternehmer mit ins Boot zu holen. Dabei ist es allerdings wichtig, dass das Engagement projektbezogen und vorübergehend ist.“ Den Unternehmen sei es wichtig, auf Dauer ein Familienunternehmen zu bleiben. Daher kämen in den meisten Fällen auch nur Minderheitsbeteiligungen in Frage.

Unterfinanzierter Mittelstand?

Noch eine interessante Entdeckung hat Berthold gemacht: Das Klischee vom unterfinanzierten Mittelstand lässt sich für größere Familiengesellschaften nicht unbedingt halten. „Ich bin der Meinung, dass sich diese Aussage eher auf kleinere oder junge Unternehmen mit einem hohen Finanzierungsbedarf bezieht“, sagt Berthold. „Die größeren Familienunternehmen verfügen in der Regel über eine gute Kapitaldecke. Sie haben über Jahre und Jahrzehnte hinweg die Gewinne reinvestiert.“ Um Wachstum zu finanzieren würden sich diese Unternehmen, wenn sie es nicht aus eigener oder nicht komplett aus eigener Kraft stemmen könnten, intensiv mit dem Thema Finanzierung befassen und immer umfangreichere Kenntnisse erwerben. „Wichtig ist, dass Familienunternehmen sehr genau abwägen, mit welcher Finanzierungsform sie sich den Charakter ihres Unternehmens bewahren können. Dabei ist der Bankkredit nach der Eigenfinanzierung bis dato noch die erste Wahl. In Zukunft dürfte sich das durchschnittliche Finanzierungsbild des Familienunternehmens aber verändern.“, unterstreicht Berthold.



Das Buch ist unter www.eul-shop.de für 54 Euro zu bestellen.