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Buchvorstellungen
Management by Sokrates
Sokrates, der von 469 bis 399 v.Chr. lebte, war einer der bedeutendsten Philosophen seiner Zeit. Ihm ist der berühmte Satz „Ich weiß, dass ich nichts weiß“, zuzuordnen. Die Spezialität von Sokrates war es, in Athen herumzuspazieren und seine Mitbürger mit permanenter Fragerei zu nerven. Soll jetzt also der Chef durch das Unternehmen spazieren und seine Mitarbeiter mit Fragen nerven?
Nicht nur seine Mitarbeiter! Auch sich selbst! Selbsterkenntnis, um damit zu einer (positiven) Veränderung zu kommen, ist ein wesentlicher Baustein sokratischer Methoden. Wer Dinge, Verfahren, Organisationen und Meinungen in Frage stellt, gewinnt neue Erkenntnisse, die letztlich zu Veränderungen führen – genau das, was allenthalben von Unternehmen verlangt wird – ständige Veränderung und Anpassung an neue Gegebenheiten. Wer nicht Gefahr laufen möchte, in einen intensiven und anstrengenden Dialog mit seinen Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten zu treten, sollte die Finger von Sokrates lassen. Doch für Unternehmenslenker und Firmenchefs, die keine Lust haben, jeder neuen Managementmethode hinterher zu hecheln, sondern die Dinge lieber von Grund auf angehen, ist das Buch ein echtes Highlight. Die sokratische Philosophie bietet die Möglichkeit, Veränderungen anzustoßen, die Perspektiven zu wechseln, Mitarbeiter bei Ihrer Entwicklung zu unterstützen und offen zu bleiben für Neues.
Management by Sokrates.
Was die Philosophie der Wirtschaft zu bieten hat
Cornelsen Scriptor, ISBN 978-3-589-23676-3, € 19,95
Geschichten faszinieren
Wer Geschichten erzählt, begeistert Mitarbeiter und Kunden. Und wer zuhört, lernt den anderen besser kennen und verstehen. „Storytelling ist eine Haltung: Wer der Kraft des Erzählens vertraut, wer das Wissen und die Bilder, die in Geschichten liegen, ernst nimmt und versteht, der wird eine ganzheitlichere Sicht auf das Unternehmen und die mit ihm verbundenen Menschen gewinnen, der wird viel eher Meisterschaft im Herstellen und Entdecken von Beziehungen erlangen. Wer die Kraft des Erzählens entdeckt hat, der wird sich schließlich nach der Maxime verhalten, die lautet: Verhalte dich so, dass Kollegen und Kunden positive Geschichten über dein Unternehmen erzählen können“, meinen die Buchautoren Karolina Frenzel, Michael Müller und Hermann Sottong, Autoren des Buches „Storytelling“.
Geschichten sind in der Lage, das hervorzubringen, was für den Verbraucher der Zukunft und damit natürlich für die Unternehmen immer wichtiger wird: Inspiration und Begeisterung. Wenn Unternehmen erfolgreiche Marken schaffen möchten, brauchen sie eine Geschichte, die die Käufer fasziniert, sie dazu bringt, sich mit der Marke zu identifizieren. Die Marke muss ihre Wünsche und Träume erfüllen, muss den Käufer so darstellen, wie er sich gerne sieht.
Storytelling ist sozusagen universal einsetzbar. Allerdings klingt das einfacher als es ist. Denn oft fällt man der Versuchung anheim, Geschichten nicht für den anderen (die Zielgruppe) zu erzählen, sondern für sich selbst. Die Autoren erläutern an zahlreichen Beispielen aus Unternehmen, wie die Methode funktioniert und was sie bewirkt. Die Themen reichen vom Analysieren und Intervenieren mit Storytelling über die Leitbildentwicklung, das Change-Management bis hin zu Projektworkshops mit dem Storyboard und Widerspruchserkennung und –vermeidung in Organisationen.
Ein Buch mit konkretem, umsetzbarem Nutzen.
Storytelling. Die Kraft des Erzählens fürs Unternehmen nutzen,
ISBN 3-423-34325-7, EUR 12
Lexikon Familienunternehmen
Familienunternehmen werden gerne als das Rückgrat der deutschen Wirtschaft bezeichnet. Doch sie präsentieren sich nur selten in der Öffentlichkeit. Schaeffler und Porsche sind nicht die Norm. Und auch Schaeffler stand bis zu dem Entschluss, den Konkurrenten Continental zu übernehmen, nicht im Rampenlicht. Umso interessanter ist das kürzlich erschienene „Lexikon der deutschen Familienunternehmen“. Es wurde immerhin mit viel Sachverstand zusammengetragen, denn im Beirat des Lexikons saßen Vertreter führender Familienunternehmen; unterstützt wurde es von Intes, vom Verband Die Familienunternehmer – ASU, von Ernst und Young sowie dem Privatbankhaus Hauck und Aufhäuser.
Natürlich sind nicht wirklich alle erfasst worden, aber sehr viele. Man bekommt auf jeden Fall einen Eindruck von der Vielfalt der Familienunternehmen: Es gibt sie von ganz alt (Hofpfisterei, 1331) bis ganz jung (Kühle, 2006), von wenigen Mitarbeitern mit einigen hunderttausend Euro Umsatz bis zu Großunternehmen mit zehntausenden Mitarbeitern und Milliardenumsätzen. Unter ihnen befinden sich viele Markennamen wie Abus, Birkenstock, Hipp, Leysieffer, Miele, Merck, S. Oliver, Uvex und Zwiesel, aber auch allerhand erfolgreiche Unternehmen, die nur in ihrer Branche oder ihrer Region bekannt sind. Mit Geschichte und Geschichten sowie Zitaten aus den Unternehmensleitbildern oder der Chefs selbst wird deutlich, was Familienunternehmen von Großkonzernen unterscheidet: die Eigentümer und deren Wertesystem. Mit zwei Registern (nach Postleitzahlen und nach Gründungsjahren) und einem Personenregister wird das Buch zu einem gut handhabbaren Nachschlagewerk. Die Firmen selbst sind alphabethisch aufgelistet, die Beschreibungen folgen in etwa demselben Schema.
Die Redaktion meint: Auch wenn die 1.000 Seiten schwer wiegen, der Inhalt ist die Muskelanstrengung wert. Ein Lexikon, das neben Wissen auch Spirit weitergibt.
Lexikon der deutschen Familienunternehmen,
Deutsche Standards Editionen GmbH, ISBN 978-3-8349-1640-2, EUR 78
Die Magie der Innovation
Fachliteratur kann schnell langweilig werden, wenn sie über die Theorie nicht hinauskommt. Viel unterhaltsamer und oft lehrreicher sind hingegen Geschichten aus der Praxis, die dem Leser sehr anschaulich zeigen, auf was er in seinem Unternehmen achten sollte. Unter diese Rubrik fällt auch das neue Werk von Stephan Scholtissek mit dem Titel „Die Magie der Innovation“. Der Autor erzählt, wie es die vorgestellten Firmen, darunter auch einige Familienunternehmen wie Bionade oder Villeroy & Boch, geschafft haben, ihre Ideen erfolgreich im Markt zu platzieren.
Der Leser erhält einen guten Einblick ins das Denken und Handeln von Unternehmen und Unternehmern, für die der Begriff „Innovation“ keine leere Worthülse, sondern gelebte Firmenphilosophie ist. Und auch das Auge kommt in Scholtisseks Buch nicht zu kurz: Jedes Kapitel ist anders gestaltet und ist mit schönen Bilder geschmückt. Die Redaktion meint: Unbedingt lesen. –hf
Die Magie der Innovation,
mi-Fachverlag, ISBN 978-3-86880-014, EUR 39,90
Mehr zum Thema Innovation gibt es in der Juli/August-Ausgabe der NEWS - erhältlich ab dem 23. Juli
Die Erfolge der stillen Helden
Inke Schulze-Seeger ist Business-Coach. Dadurch kommt sie viel in Unternehmen herum. Viele Unternehmer kennt sie persönlich. Jetzt hat sie ein kleines Büchlein geschrieben über Unternehmen aus dem Mittelstand, deren Produkte jeder von uns irgendwie kennt. Sie gehören zum täglichen Leben, werden aber kaum wahrgenommen, so selbstverständlich sind sie. Ob es nun um die Toilettenhäuschen der Firma Adco geht, um die praktischen Ohrstöpsel Ohropax oder die Verpackung von Aspirin. Denken Sie an die Mähdrescher von Claas oder die Tank & Rast-Anlagen. Wer von uns macht sich schon Gedanken darüber, wer hinter all diesen praktischen Annehmlichkeiten des Alltags steckt?
Die Autorin stellt in ihrem Buch 21 der erfolgreichen Firmen ins Schweinwerferlicht. In kurzen unterhaltsamen Geschichten stellt sie uns Produkt und Unternehmen sowie die Bedeutung für unseren Alltag vor. Kleine Anekdoten sorgen für den Schmunzel-Effekt. Es ist kein weiteres Buch über die allseits bekannten „Hidden Champions“, sondern über Unternehmen, die Marktführer in ihrer einzigartigen Nische oder auf andere Weise in führender Position sind, indem sie neue Nischen schaffen oder in Märkten agieren, die oft viel zu spezialisiert sind, um von der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden. Maßgebend für die Auswahl der porträtierten Unternehmen war für die Autorin die Tatsache, dass „ihre Produkte und Dienstleistungen direkt oder indirekt Einfluss auf unser Leben haben“ – so wie zum Beispiel das Familienunternehmen „Union Knopf“, Europas führender und größter Knopfproduzent.
Ein Buch mit Humor und Überraschungseffekten.
Stille Helden.
Erfolgsgeschichten unbekannter Wirtschaftsgrößen,
Cornelsen, ISBN 978-3-589-23455-4, 14,95 €
Die Unternehmerfrau
Frauen, die im Betrieb ihrer Männer mitarbeiten, sind nicht selten die gute Seele der Firma. Viele von ihnen arbeiten aber unentgeltlich, ohne festen Vertrag, eigene Altervorsorge und Jobprofil. Das kann verheerende Folgen für die Frau, aber auch für das Unternehmen haben. Im ersten Teil des Buches beschäftigt sich die Autorin Claudia Schlembach mit dem Wert der Arbeit einer Unternehmerfrau, mit der Wertschätzung durch die anderen, aber auch mit der eigenen Wertschätzung. Es wird deutlich, dass in diesem Bereich viel Potenzial schlummert – die Fähigkeiten dieser Frauen auch zugunsten des Unternehmens nicht genutzt werden. Schlembach zeigt daher praxisnah auf, wie Frauen ein klares Jobprofil erstellen, Weiterbildungsmöglichkeiten ausloten können, wie letztlich aus dem „Mädchen für alles“ eine gleichberechtigter Partnerin im Familienunternehmen werden kann.
Die Unternehmerfrau – von der Frau des Chefs zur Unternehmerin,
Orell Füssli Verlag, ISBN 978-3-280-05317-1, EUR 24,90





