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Unternehmer und Politik

Die Politik kann es den Unternehmern in den seltensten Fällen recht machen. Doch nur wenige Unternehmer engagieren sich in der Politik. In der Printausgabe der „News“ ist dieses ambivalente Verhältnis Titelthema. Die Redaktion hat mit Unternehmern gesprochen, die sich in der Bundespolitik engagieren, die in Verbänden und Institutionen arbeiten, auf europäischer und lokaler Ebene.

MdB Dr. Michael Fuchs

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Zwei Gründe sind es, die regelmäßig dafür angeführt werden, weshalb man sich nicht engagiert: Keine Zeit und Quereinsteigern in die Politik würden zu viele Steine in den Weg gelegt. Doch das lassen die anderen, die sich engagieren, nicht so einfach gelten. MdB und Vorsitzender des Parlamentskreises Mittelstand der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Dr. Michael Fuchs fordert: „Machen statt meckern.“

Rahmenbedingungen mitgestalten

Prof. Thomas Bauer

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Prof. Thomas Bauer, Chef der Bauer AG und seit 2003 Schatzmeister der CSU, sagt: „Politik ist eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung – wir haben alle die Aufgabe, sie mitzugestalten. Wenn es darum geht, wichtige Errungenschaften wie die soziale Marktwirtschaft weiter zu entwickeln, sind natürlich auch wir Unternehmer gefragt.“ Dr. Peter Kulitz, Präsident der IHK Ulm und geschäftsführender Gesellschafter des Sendener Unternehmens ESTA, weist auf die unmittelbaren Auswirkungen hin, die die Politik auf die Unternehmen hat und mehr noch: „Wir setzen dem Erstarken eines linken Gesellschaftsbildes kaum etwas entgegen und verzichten damit auf die Sicherung unseres unternehmerischen Umfelds. Die Unternehmer zeigen eine bedenkliche Untätigkeit, ja fast schon Ergebenheit in die politische Willensbildung, ohne entschlossene eigene Teilhabe.“

Unternehmerin Christa Genck

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Unternehmerin Christa Genck aus Freiburg spricht für alle engagierten Unternehmer, wenn sie auf die Frage, wie sie es schafft, Unternehmen und politische Arbeit unter einen Hut zu bringen, antwortet: „Ich habe sehr gute Mitarbeiter.“ Sie wünscht sich, dass mehr Unternehmer sich politisch engagieren: „Es muss ja nicht gleich in einer Partei sein“, sagt sie. „Als Unternehmer muss ich das politische Umfeld im Blick behalten. Schließlich setzt die Politik die Rahmenbedingungen für unternehmerisches Handeln. Wir sollten als Unternehmer politische Prozesse begleiten und diskutieren und dabei vor allem der sozialen Marktwirtschaft zur Wirksamkeit verhelfen. Neben den Parteien gibt es unzählige Verbände, Institutionen, Arbeitskreise und Kommissionen, in denen das möglich ist.“

Sich austauschen und präsent sein

Dr.Peter Kulitz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel
und Ministerin Dr. Annette Schavan in Bombay.

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Auch der Austausch mit der Politik und Öffentlichkeitsarbeit werden von den Verfechtern politischen Engagements als probates Mittel gesehen, um die eigenen Ideen einzubringen und gehört zu werden.: „Für den einzelnen Unternehmer gibt es vielfältige Möglichkeiten der Einflussnahme“, sagt IHK-Präsident Kulitz. „Er kann und sollte Kontakte zur Lokalpresse nutzen, sich für Interviews zur Verfügung stellen, in die Schulen gehen, an Diskussionen in Radio und Fernsehen teilnehmen, Gesprächskreise mit Abgeordneten organisieren. Wir müssen die Diskussion um Verantwortung und Engagement in der Gesellschaft aktiv mit gestalten, uns in der Politik Gehör verschaffen und in der Öffentlichkeit selbstbewusst unsere Meinungen und Werte vertreten.“

Frank Straub engagiert sich im Wirtschaftsrat der CDU

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Dieser Meinung ist auch Frank Straub, der seit 30 Jahren Unternehmertum und politische Arbeit unter einen Hut bringt. Er ist CDU-Mitglied, sitzt im Landes und Bundesvorstand des Wirtschaftsrats der CDU und im Sektionsvorstand in Pforzheim. „Die Expertise der Wirtschaft in die Politik einzubringen und zu Erhaltung und Förderung der sozialen Markwirtschaft beizutragen“ sieht er als die Aufgabe des Wirtschaftsrats, den er als „ordnungspolitisches Gewissen der CDU“ versteht. „In Vorstand und Präsidium sind sowohl Unternehmer als auch Politiker vertreten. Die Positionen des Wirtschaftsrats finden so ihren Weg in das Parteiprogramm und weiter in die Politik und die Regierungsarbeit.“

Unternehmer und Politiker sollten im Gespräch bleiben,
meint Andrea Alber von Geze.

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Auch im Projekt „Seitenwechsel“ der Verbands „Die Jungen Unternehmer“ findet die Idee des Austausches zwischen Unternehmern und Politik ihren Niederschlag. Politiker werden Unternehmer für einen Tag. Andrea Alber, Geschäftsführerin und Marketingleiterin bei Geze in Leonberg bei Stuttgart, und im Regionalvorstand Baden-Württemberg des Verbands, ließ sich einen Tag lang von MdB Florian Toncar über die Schulter schauen. „An einem Tag kann man nicht sehr viel vermitteln, aber man kann einen Eindruck geben und Beziehungen schaffen“, zieht sie ihr Fazit.

„Mit einer Stimme sprechen“

Das ist die Forderung an die Familienunternehmer, die Prof. Dr. Dr. h. c. Brun-Hagen Hennerkes, Vorstand der Stiftung Familienunternehmen, im News-Interview erhob: „Die Familienunternehmen sprechen nicht mit einer Stimme. Das ist ein großes Problem für die Politik, die gerne einen Ansprechpartner hat.“ Und auch der Professor empfiehlt den Unternehmern, die nicht in die Partei- und Bundespolitik gehen möchten den direkten Dialog: „Viele Familienunternehmer suchen und pflegen bereits einen sehr regen und kontinuierlichen Austausch auf regionaler und kommunalpolitischer Ebene. Die Politiker lernen die Sichtweise und die Schwierigkeiten der Unternehmer aus erster Hand kennen.“

Brun-Hagen Hennerkes beim Krisengipfel mit der Bundeskanzlerin.

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Die Stiftung sieht Hennerkes als das Sprachrohr der Familienunternehmen in der Öffentlichkeit: „Wir machen die Familienunternehmen, ihre Werte und ihre Bedürfnisse bekannt und erhöhen ihre Akzeptanz.“ Ein Meilenstein in der Begegnung zwischen Politik und Unternehmertum ist der jährlich von der Stiftung veranstaltete „Tag des Deutschen Familienunternehmens“, bei dem die politischen Entscheidungsträger bis hin zu Guido Westerwelle, Karl-Theodor zu Guttenberg und sogar Angela Merkel zum direkten Austausch kommen.




Die einzelnen Interviews und Berichte können Sie in der Unternehmerzeitschrift „Die News“, Ausgabe März 2010, lesen. Sie können die Zeitschrift bestellen oder einzelne Artikel herunterladen unter www.dienews.net