Fressnapf setzt auf eigene E-Learning-Plattform
Auf der unternehmenseigenen Lernplattform bekommen alle Mitarbeiter und Führungskräfte von Fressnapf das Rüstzeug für ihre Aufgaben an die Hand. Für das international ausgerichtete E-Learning-Angebot erhielt das Familienunternehmen 2014 zusammen mit Chemmedia, dem Anbieter des Autorentools, den E-Learning-Award.

Fressnapf setzt auf eigene E-Learning-Plattform

Seit 2011 schult Fressnapf, der europäische Marktführer für Heimtierbedarf, seine Mitarbeiter und Führungskräfte auf einer unternehmenseigenen E-Learning-Plattform. Das dahinterstehende Konzept wurde 2014 mit dem E-Learning-Award ausgezeichnet.

Fragt man Kathrin Sommer, Leiterin der „Fressnapf/Maxi Zoo Academy“, nach den Vorzügen einer unternehmenseigenen Online-Lernplattform, muss sie nicht lange überlegen: „Unser Angebot ermöglicht unseren Mitarbeitern und Führungskräften eine sehr flexible, bedarfsgerechte und zielgruppenorientierte Weiterbildung. Zudem wird es unseren Anforderungen als Unternehmen mit internationaler Ausrichtung gerecht.“ Das Unternehmen ist mit bald 1.500 Märkten in insgesamt elf europäischen Ländern aktiv und scheut keinen Aufwand, damit alle Mitarbeiter und die deutschen Franchise-Partner in den Genuss des gleichen Ausbildungs- und Weiterbildungsangebots auf der Plattform kommen. Zu den Lernzielen zählen neben der Entwicklung der Beratungs- und Führungskompetenz, der Aufbau von Produkt- und Spezialwissen, Know-how rund um die Ernährung und Haltung von Tieren sowie die Vermittlung und Transferunterstützung für unternehmensweite Vertriebsprogramme. „In verschiedenen Lern-Levels können sich die User während der Arbeitszeit oder von Zuhause aus neues Wissen zu verschiedenen Themen aneignen, Expertise in einem bestimmten Bereich erlangen und mit einem Zertifikat abschließen“, erzählt Sommer. Darüber hinaus würden jeden Monat spezielle E-Learning-Kurse zu einem Fokusthema erstellt. Das Angebot wachse ständig.

Hürden für Nutzung niedrig gehalten

Das Angebot wird von den Mitarbeitern und Führungskräften des Familienunternehmens sehr rege genutzt, wie die Zahlen zeigen: Rund 13.000 User sind auf der Plattform aktiv und jedes Jahr gibt es über 100.000 Abschlüsse. Viel Wert wurde von Anfang an daraufgelegt, die Hürden für die Nutzung möglichst niedrig zu halten und Ängste zu nehmen. So finden sich auf der Plattform etwa Handbücher für Mitarbeiter und Führungskräfte, in denen alle Prozesse ausführlich beschrieben sind. Und es gibt ein Forum, in dem Mitarbeiter Fragen zur Nutzung stellen können. „Der Inhalt ist in einfacher Sprache gehalten, in mehreren Sprachen verfügbar und leicht auffindbar. Natürlich muss es auch Spaß machen, die Plattform zu nutzen“, betont Sommer und ergänzt: „Das läuft bei uns nach dem Allyou-can-learn-Prinzip ab, unabhängig von Lerndauer und -umfang. Das heißt, jeder darf alle Angebote erst einmal unverbindlich ausprobieren.“ Wobei die Führungskräfte schon ein Auge darauf hätten, dass Mitarbeiter entsprechend ihrer Aufgaben gewisse Kurse erfolgreich abschließen. Orientierung gebe hier eine Art Lehrplan.

Genug Zeit für Implementierung planen

Die Akademieleiterin rät Unternehmen, die ein ähnliches Angebot für ihre Mitarbeiter auf die Beine stellen wollen, ausreichend Vorlaufzeit einzuplanen. Am Anfang gehe es um Fragen wie „Welches Wissen brauchen meine Mitarbeiter?“, „Wer gehört alles zur Zielgruppe?“ oder „Welche Inhalte eignen sich für die Plattform und welche eher für klassische Seminare?. Besonders wichtig sei hier die frühzeitige Einbindung der Führungskräfte. „Bei uns war relativ schnell klar, dass sich unsere Mitarbeiter hauptsächlich während ihrer Arbeitszeit weiterbilden werden. Das bedingt natürlich von Seiten der Führungskräfte, dass sie den Mitarbeitern genügend Zeit dafür einräumen“, betont Sommer. Nicht zu unterschätzen sei die Auswahl der richtigen Technologie und Software, denn nur wenn man genau wisse, was ein System im Detail leisten könne oder ob die Gegebenheiten vor Ort den Einsatz der Technologie überhaupt erlauben würden, lasse sich ein darauf abgestimmter Maßnahmen-Katalog erstellen. „Allein unsere Systemumstellung auf die Saba-Cloud 2016 hat ein halbes Jahr Vorlauf gebraucht, währenddessen die Technologie im Rahmen eines Projekts ausführlich getestet wurde“, unterstreicht Sommer.

Grenzen von E-Learning

Sommer sieht die Stärken der Fressnapf-Plattform in der Vermittlung von Grundwissen in der Aus- und Weiterbildung. Auch bei der Vorbereitung auf ein Präsenzseminar, etwa zu einem Führungsthema, habe sich das Angebot als sehr nützlich erwiesen. „Geht es um das Erlernen eines bestimmten Verhaltens, um Handlungskompetenz, etwa im Verkaufs- oder Vertriebsprozess, sind Präsenzseminare nach wie vor die erste Wahl. Denn nur hier lassen sich Dinge im Austausch mit einem Experten praktisch ausprobieren. Das ist so ähnlich wie bei der Führerschein-Prüfung.“ -hf

Das Unternehmen: Die Fressnapf-Gruppe ist ein Franchise-Unternehmen mit Hauptsitz in Krefeld und europäischer Marktführer für Heimtierbedarf. Zum Portfolio gehören neben der Tiernahrung in allen Preisbereichen ein umfangreiches Zubehörprogramm sowie Serviceangebote. Mehr als 12.000 Menschen aus über 50 Nationen arbeiten für die Fressnapf-Gruppe.

www.fressnapf.de

 

Tipp: In der Juni-Ausgabe unseres Magazins DIE NEWS dreht sich alles um das Thema E-Learning.

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