Umfrage: Familienunternehmen verlieren ihre Scheu vor Private Equity
Viele Familienunternehmen können sich laut einer Umfrage inzwischen eine Beteiligung von Finanzinvestoren vorstellen. Foto: Shutterstock

Umfrage: Familienunternehmen verlieren ihre Scheu vor Private Equity

Familienunternehmen verlieren ihre Scheu vor Private-Equity-Investoren. Das zeigt eine Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC unter mehr als 300 deutschen Familienunternehmen. 83 Prozent der befragten Unternehmen können sich demnach inzwischen eine Beteiligung von Finanzinvestoren vorstellen. Bei einer ähnlichen PwC-Umfrage vor sechs Jahren waren es gerade einmal 18 Prozent. 72 Prozent der Befragten sind heute der Ansicht, dass Finanzinvestoren die von ihnen übernommenen Firmen „operativ verbessern“. 61 Prozent billigen den Beteiligungsgesellschaften überdies zu, „den nachhaltigen Unternehmenserfolg zum Ziel zu haben“.

Image hat sich verbessert

„Das Image der Private-Equity-Branche hat sich in den vergangenen Jahren komplett gewandelt. Die meisten Familienunternehmer sehen in Finanzinvestoren keine Gefahr mehr für das eigene Unternehmen, sondern potenzielle Partner für dessen erfolgreiche Weiterentwicklung, wenn es etwa darum geht, das Eigenkapital zu stärken oder die Nachfolge zu regeln“, sagt Dr. Peter Bartels, Leiter Familienunternehmen und Mittelstand und Mitglied der Geschäftsführung bei PwC. Die Gründe hierfür sieht Steve Roberts, Leiter Private Equity bei PwC, zum einen im Abbau von Vorurteilen. Zum anderen trage die Beteiligungsbranche aber auch viel dazu bei, dass sie heute positiver beurteilt wird als vor fünf oder zehn Jahren.

Unterschiedliche Stärken nutzen

Gleichwohl werfen 41 Prozent den Beteiligungsgesellschaften weiterhin mangelnde Transparenz vor. Und sogar 50 Prozent sind der Meinung, Private Equity-Fonds seien immer noch zu kurzfristig orientiert und dächten in erster Linie an den eigenen Erfolg. „Natürlich gibt es kulturelle Unterschiede zwischen Familienunternehmen auf der einen und Finanzinvestoren auf der anderen Seite – das muss aber überhaupt nicht von Nachteil sein“, sagt Peter Bartels. „Es geht nicht darum, dass Familienunternehmer und Beteiligungsbranche gleich ticken. Sondern darum, die Stärken des jeweils anderen zu nutzen.“

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