Eltviller Zukunftstage: Interview mit Dr. Pero Mićić
Die 12. Eltviller Zukunftstage der FutureManagementGroup AG finden am 1. und 2. Februar 2018 in der Pyramide in Mainz statt.

Eltviller Zukunftstage: Interview mit Dr. Pero Mićić

In Mainz finden am 1. und 2. Februar 2018 die 12. Eltviller Zukunftstage der FutureManagementGroup AG statt. CEO Dr. Pero Mićić betont, dass es bei der Veranstaltung um konkretes Erfahrungswissen aus der Praxis gehe, das durch rund ein Dutzend Fallstudien vermittelt wird.

Herr Dr. Mićić, wer trifft sich auf den Eltviller Zukunftstagen und was dürfen die Teilnehmer erwarten?

Dr. Pero Mićić: Die Eltviller Zukunftstage sind für Leader, für Unternehmer und Führungskräfte  gemacht, für Menschen, die auf andere Menschen einen großen Einfluss haben. Führungskräfte sehen sich heute alle in der gleichen Situation. Menschen gieren gerade in Zeiten der Veränderung nach Orientierung. Gleichzeitig beruht jede Investitionsentscheidung auf Annahmen über die Zukunft. Leader müssen für ihre Teams eine Vorlage erarbeiten, damit man das tägliche Puzzle lösen kann. Mit dem Eltviller Modell für Zukunftsmanagement und seinen Zukunftsbrillen kann man eine solche Vorlage erstellen. Es gibt nur die Perspektiven und die Begriffe vor, nicht die Methoden,  Vorgehensweisen und Werkzeuge.

Was unterscheidet das Eltviller Modell von anderen Strategieentwicklungssystemen?

Es beruht auf den fünf Perspektiven des Menschen auf die Zukunft, dargestellt durch die Zukunftsbrillen. Es bildet ein semantisch konsistentes Begriffsmodell ab, mit dem man sehr klar über Zukunft und Strategie nachdenken und kommunizieren kann. Diese Kombination ist bisher einzigartig. Andere Strategieentwicklungsmodelle sind meistens reine Prozessmodelle oder schlicht ein Satz von Methoden und Werkzeugen.

Ich habe schon früh bei Zukunftsworkshops festgestellt, dass meistens gedankliches Chaos herrscht und mit unscharfen Begriffen gearbeitet wird. Deshalb habe ich das Eltviller Modell entwickelt, das die Kommunikation strukturiert, indem es Klarheit hinsichtlich der Begrifflichkeiten schafft. Damit hat ein Team ein gemeinsames Denkmodell, das sicherstellt, dass alle Beteiligten über das Gleiche sprechen. Welche Methoden und Werkzeuge verwendet werden, spielt nicht die entscheidende Rolle. Das Eltviller Modell ist ein mentaler Setzkasten, mit dem Sie feststellen können, welches Fach noch leer ist.

Sie laden zu Zukunftstagen ein. Die Zukunft ist digital. Der deutsche Mittelstand handelt sich oft den Vorwurf ein, im Vergleich zu anderen Ländern bei der digitalen Transformation zurückzufallen. Wie sehen Sie das?

Die Franzosen und die Italiener sagen das gleiche über ihr Land und ihre Unternehmen. Deutschland ist also kein Sonderfall. Aber richtig ist, dass deutsche Unternehmen nicht gerade zu den digitalen Vorreitern gehören. China zum Beispiel ist bei der E-Mobility schon viel weiter. In Südkorea und zumindest in den jungen Unternehmen Nordamerikas ist man ebenfalls weiter. Wir sollten uns also sputen. Deutschland gebührt ein besserer Platz.

Inwieweit verhindert die derzeit boomende Wirtschaft die Beschäftigung mit der Zukunft?

Erfolg macht träge. Mit gutem Umsatz und Ertrag sowie vollen Auftragsbüchern ist man leicht verleitet, das derzeitige Geschäftsmodell für ewig zu halten. Im Prinzip werden nur diejenigen frühzeitig die nächste Ära bauen, die sich die nächste Ära vorstellen können. Familienunternehmen sind zwar eher konservativ, aber sie haben einen weiten Denkhorizont, weil sie schon an die nächste Generation denken.

Manche Glaubenssätze und Überzeugungen passen nicht in die Zukunft. Können Unternehmer auf die Schnelle ihre Überzeugungen über Bord werfen?

Nein, leider nicht. Menschen ändern ihre Überzeugungen nur durch starke emotionale Erlebnisse. Nur wer sich mit den kommenden oder gar schon eintretenden Veränderungen konfrontiert und sie durchdenkt, wird überhaupt daran denken, Überzeugungen zu ändern. Unternehmer müssen dafür in Frage stellen, was sie im Leben gelernt haben. Hinzu kommt, dass man im Alter weniger bereit ist, Risiken einzugehen und man stärker auf seinen Meinungen beharrt. Das macht die sich mit den Jahren verändernde Biochemie im Kopf. Die Älteren sollten sich das bewusst machen und jungen Nachfolgern Raum geben. Es ist aber nicht sinnvoll, alles auf einmal anders zu machen – das wird meistens teuer. Kooperation statt Entmachtung ist die gute Alternative für die Zusammenarbeit der Generationen. (-ap)

Informationen zu den Eltviller Zukunftstagen gibt es hier und zum Eltviller Modell  hier.

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