Ein neuer Wettbewerber: Heftige Gegenwehr der Etablierten
Im Jahr 2009 ist die J.D. Geck GmbH mit Hauptsitz im nordrhein-westfälischen Altena in den Markt rundum Einkaufswagen eingestiegen. Foto: Shutterstock

Ein neuer Wettbewerber: Heftige Gegenwehr der Etablierten

Die J.D. Geck GmbH, ein Spezialist für Warenträger und Ladenbauzubehör, ist 2009 in den Markt für Einkaufwagen eingestiegen. Vertriebsleiter Volker Köller erzählt im Interview mit den Familienunternehmer-News unter anderem, wie der Wettbewerb auf die neue Konkurrenz reagiert hat.

Welche Überlegungen haben dazu geführt, eine eigene Produktion für Einkaufswagen aufzubauen?

Volker Köller: Den Gedanken, eigene Einkaufswagen zu produzieren und zu vertreiben, hatten wir schon mehrmals durchgespielt, denn zu unseren Kunden zählen viele Supermarkt- und Discounterketten. Das erste Mal etwas konkreter wurde es aber, als vor vielen Jahren ein Wettbewerber in diesem Segment in die Insolvenz ging und eine mögliche Übernahme im Raum stand. Wir haben uns damals dagegen entschieden. 2009, mitten in der Finanz- und Wirtschaftskrise, kam das Thema dann nochmals auf: Ein Großkunde fragte uns ganz direkt, warum wir denn mit unserer Kompetenz in den Bereichen Metallbearbeitung und Oberflächenveredelung nicht in diesem Segment aktiv würden. Das war sozusagen die endgültige Initialzündung.

Wie ging es anschließend weiter?

Natürlich stand für uns zunächst die Frage im Raum, wie wir einen erfolgreichen Markteintritt überhaupt bewerkstelligen könnten. Uns kam entgegen, dass wir die zentralen Ansprechpartner in den Supermärkten und Discountern bereits kannten und im Einzelhandel einen sehr guten Ruf genießen. Eine detaillierte Marktanalyse hat einerseits gezeigt, dass die Nachfrage nach hochwertigen Einkaufswagen sehr groß ist. Andererseits gibt es aber in Deutschland einen sehr dominanten Wettbewerber, der weltweit in der Branche die Standards setzt. Asiatische und südeuropäische Hersteller hingegen sind aufgrund mangelnder Qualität weniger gefragt. Im Umkehrschluss hieß das für uns: Zuerst mussten wir über kompatible Modelle den Einstieg finden. Also war es unabdingbar, die Geck-Produkte kompatibel zu den etablierten Modellen zu gestalten. Gleichzeitig haben wir Optimierungspotenziale ausgeschöpft. Für die Produktion wurde extra eine 8.000 Quadratmeter große Halle in der Nähe unseres Stammsitzes gekauft, saniert und in Maschinen investiert. Oberflächenveredelungsanlagen waren ja bereits vorhanden. Gestartet sind wir dann mit drei, vier Modellen.

Mit welchen Reaktionen der etablierten Marktteilnehmer sahen Sie sich konfrontiert?

Wir mussten uns gegen diverse Vorwürfe des Wettbewerbs bis vor den Bundesgerichtshof verteidigen und bekamen letztlich das Recht, kompatible Modelle in Verkehr bringen zu dürfen. Schließlich stammt das eigentlich kaum veränderte Ursprungsmodell des Einkaufswagens aus den 50er-Jahren. Das hatten wir im Vorfeld von unseren Anwälten abklären lassen. Natürlich wollte uns der Wettbewerb das Feld nicht kampflos überlassen und reagierte nach der gerichtlichen Auseinandersetzung mit einem harten Preiskampf. Den Wettbewerb über den Preis zu gewinnen war allerdings schwierig für uns, da unser Automatisierungsgrad im Vergleich zur Wettbewerbsproduktion weitaus niedriger ist. Also mussten wir einen anderen Weg gehen, um unsere Kunden zu überzeugen.

Und der sah wie aus?

Wir haben viel Zeit in die Entwicklung hochwertiger Produkte und einzigartiger Produktmerkmale gesteckt. Dazu zählen etwa Einkaufswagen, die viel leiser sind als die Konkurrenzmodelle, da sie zum Beispiel über spezielle Kunststoffrollen verfügen. Bereiche, in denen Metall auf Metall trifft, werden bei unseren Modellen mittels Kunststoff abgedämpft. Zudem verfügen die Wagen an den exponierten Stellen über Kunststoff-Puffer, um durch Anstoßen verursachte Beschädigungen an Regalen und sonstigen Einrichtungen auf ein Minimum zu reduzieren. Besonders stolz sind wir auf unsere Nanooberflächenversieglung, mit der sich die Poren verzinkter Oberflächen verschließen lassen und somit Rotrost auch nach vielen Jahren intensiver Nutzung keine Chance hat. Diese Beschichtung haben wir erstmals 2011 auf der Euroshop mit großem Erfolg einem breiten Fachpublikum präsentiert. Unsere innovativen Produkte und unser „Made in Germany“-Ansatz kommen bei der Kundschaft an. (-hf)

 

Das Unternehmen

Die J.D. Geck GmbH mit Hauptsitz im nordrhein-westfälischen Altena wurde 1852 gegründet und ist nach eigenen Angaben Europas führender Produzent von Warenträgern für Regalsysteme. Neben Displays und Warenträgern gehören auch POS-Kunststoffprodukte sowie Einkaufs- und Transportwagen zum Portfolio.

www.geck.de

Tipp: In der Januar/Februar-Ausgabe von DIE NEWS dreht sich alles um das Thema „Wie neue Wettbewerber Märkte aufmischen“.

 

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