Cyber Security und soziale Netzwerke - 2. Teil unserer Videoreihe
In den sozialen Netzwerken lauern für Unternehmen zahlreiche Gefahren. Foto: Wohlgemuth & Company

Cyber Security und soziale Netzwerke - 2. Teil unserer Videoreihe

Ein erheblicher Teil der sozialen Interaktionen der Menschen findet mittlerweile im Internet statt. Soziale Netzwerke sind dabei der Standard geworden. Im privaten Bereich besitzt fast jeder ein Profil auf Facebook, beruflich sind Netzwerke wie LinkedIn und Xing sehr gefragt. Doch im Umgang mit sozialen Medien ist Vorsicht geboten. Cyper-Security-Experte Markus Geier zeigt in diesem Artikel, auf was Unternehmen achten müssen. Weitere Tipps gibt es in neuen Kurz-Filmen im Rahmen der Cyber-Security-Videoreihe von Familienuntenehmer-News am Artikelende.

Soziale Netzwerke sind aus dem Alltag vieler Menschen nicht mehr wegzudenken. Die Nutzer geben Informationen in ihren Profilen für andere preis, verfassen Einträge und Kommentare und diskutieren über vielfältige Themen, private wie berufliche. Es werden Kontakte mit Personen geknüpft, die gegebenenfalls nicht persönlich bekannt sind. Diese Kontaktpflege und Weitergabe von Informationen hat nicht nur positive Einflüsse auf die soziale und berufliche Interaktion der Menschen, sie birgt auch Schattenseiten und Risiken für Unternehmen. Firmen sollten sich daher genau überlegen, welche Informationen Mitarbeiter preisgeben dürfen und welche intern und vertraulich sind.

Einfallstore für Angriffe

In sozialen Medien zugängliche Informationen bieten oft Angriffspunkte zur Ausspionierung vertraulicher Daten oder Vorbereitung von Cyber-Angriffen auf Unternehmen. Kriminelle durchforsten soziale Netzwerke und sammeln Informationen über Unternehmen und Mitarbeiter und deren Tätigkeiten, so dass sie sich zum Beispiel problemlos als interner Mitarbeiter ausgeben können und ihnen Glauben geschenkt wird. Die Gefahr wird von vielen Unternehmen unterschätzt. Im Rahmen unserer Cyber-Security-Beratung werden wir bei Comcode von Unternehmen beauftragt, diese über so genannte Social Engineerings anzugreifen. Wir gehen dabei vor wie ein wirklicher Angreifer. Erster Schritt ist dabei immer Informationen im Internet und sozialen Netzwerken zu recherchieren. In den darauf aufbauenden Angriffen ist die Erfolgsquote, an hoch sensible Daten zu kommen, beängstigend hoch.

Bewusstsein für Gefahren schaffen

Doch was können Unternehmer machen, um sich zu schützen? Das Thema muss ausbalanciert geregelt werden. Zum einen müssen Unternehmensinteressen gewahrt werden. Auf der anderen Seite darf ein Arbeitnehmer nicht zu sehr in seiner Produktivität und Vernetzung eingeschränkt werden. Ein grundlegender Schritt ist die Schaffung von Bewusstsein und Wissen zum Thema. Die Mitarbeiter müssen aufgeklärt werden, um verantwortungsvoll mit Unternehmensinformationen umzugehen. Dabei müssen sie wissen, was intern und vertraulich ist und was auch für die Öffentlichkeit bestimmt ist. Dieser Aufbau von Wissen sollte verbunden werden mit der Definition einer so genannten „Social Media Richtlinie“. In der Richtlinie werden sowohl Verhaltensregeln, aber auch Hintergrundinformationen zu Risiken definiert. Dabei erhält der Mitarbeiter auch wertvolle und damit annehmbare Informationen zum Schutz seiner privaten Daten, etwa durch Hinweise zu den Privatsphären-Einstellungen. Auch auf den Umgang mit fremden Nutzern und Kontaktanfragen sollte die Geschäftsleitung dediziert eingehen

Ein weiterer Grundsatz ist die Trennung der Nutzungsart der sozialen Medien. So sollten Mitarbeiter getrennte Konten für berufliche und private Aktivitäten führen. Die Vermittlung der Inhalte sollte Bestandteil eines kontinuierlichen Cyber-Security-Prozesses im Unternehmen sein. Dieser umfasst Trainings und Lernprogramme, die Führungsebene und Mitarbeiter auf dem aktuellen Stand halten und so vor Angriffen auf Unternehmensdaten schützen.


Der Autor: Markus Geier ist Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Comcode und ein Spezialist rund um Cyber Security (www.comcode.de).


Hier finden Leser zwei Videos, die die Thematik aufgreifen.
Zum einleitenden Artikel über unsere Videoreihe geht es hier.

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