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Papierloser Messestand

Stuttgart auf der Immobilienmesse in Cannes

Immobilienwirtschaft, Mipim, Ines Aufrecht, Peter Brenner

Ines Aufrecht, Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt Stuttgart und
Peter Brenner, Vorstandsvorsitzender des Verbands IWS Immobilienwirtschaft Stuttgart e.V.

In Stuttgart wurde am 25. Januar das Konzept für den Gemeinschaftsstand der Landeshauptstadt Stuttgart zur internationalen Immobilienmesse MIPIM im französischen Cannes vorgestellt. Das Motto „Stuttgart: Dynamic. Innovative. Sustainable.“ (dynamisch, innovativ, nachhaltig) drückt sich nicht nur im Messestand selbst aus, sondern auch im Kommunikationskonzept, für das das junge Team des Stuttgarter Unternehmens „Heller Designstudio“ verantwortlich zeichnet.

Bei der gemeinsamen Präsentation der Wirtschaftsförderung Stuttgart, des IWS Immobilienwirtschaft Stuttgart e.V. und 14 Partnerunternehmen betonte die Wirtschaftsförderin der Stadt Stuttgart, Ines Aufrecht, das Motto komme nicht von ungefähr. Auf der Messe vom 6. bis 9. März wolle man sich den internationalen Investoren als dynamischer Immobilienstandort mit Wachstumskraft präsentieren. Die Innovationskraft des Standorts werde durch die zahlreichen Projekte der beteiligten Partnerunternehmen belegt, unter ihnen die Bülow AG, Drees & Sommer, Ellwanger & Geiger, Strabag und der Zweckverband Flugfeld Böblingen/Sindelfingen. Als Partner stellt Burkhard Leitner seine mehrfach preisgekrönten modularen Messebausysteme für den Standbau zur Verfügung. „Dadurch wird der Nachhaltigkeitscharakter der Stuttgarter Messepräsenz zusätzlich unterstützt“, so die Wirtschaftsförderin. Auch die Möblierung des Messestands ist sehr flexibel und anpassungsfähig und wurde ebenfalls von Sponsoren wie Sarah Maier Collection und Ongo GmbH zur Verfügung gestellt.

Stuttgart punktet

Vor dem Hintergrund zunehmender Globalisierung und dem schärfer werdenden Wettbewerb der Städte und Regionen, sei es für Stuttgart wichtig, sich international als starker Immobilienstandort zu präsentieren, sagte Aufrecht. Die MIPIM sei das weltgrößte Treffen von Investoren und anderen Akteuren der Immobilienbranche. Und Stuttgart habe viel zu bieten. Immerhin konnte sich die Region laut dem „European Regional Economic Growth Index“ in der Rangliste der 100 wichtigsten europäischen Wirtschaftsregionen wiederholt und in Folge unter den besten zwanzig Standorten (Platz 10) behaupten und sich sogar gegenüber dem Vorjahr um drei Plätze verbessern. Auch das Marktthermometer von iii-Investments, einer Immobilienfondstochter der Hypo-Vereinsbank, stuft Stuttgart unter 32 europäischen Märkten als die Landeshauptstadt mit dem höchsten Wertsteigerungspotenzial noch vor Berlin (Platz 2), Hamburg (Platz 8), Paris (Platz 9) und München (Platz 10) ein. Und selbst die Stuttgarter bewerten ihre Stadt gut. 85 Prozent leben laut einer repräsentativen Umfrage gerne in der Stadt.

Immobilienwirtschaft, Mipim, papierloser Messestand

So wird der Gemeinschaftsstand in Cannes aussehen.

Peter Brenner, Vorstandsvorsitzender des IWS, der sich als Branchenverband und Interessenvertretung für die gesamte Metropolregion Stuttgart begreift, wies auf die hohe Nachfrage an Wohnraum und Gewerbeimmobilien in der Region Stuttgart hin. Damit verbunden herrschten in Stuttgart zurzeit bundesweit mit die höchsten Kauf- und Mietpreise für Wohnungen. Der Verbandschef hob die städtebauliche Bedeutung von Stuttgart 21 hervor: „S 21 ist städtebaulich eine Jahrhundertchance für die Landeshauptstadt, Region und Land.“ Das Projekt habe international die Aufmerksamkeit auf den Standort gelenkt und werde auf der MIPIM sicherlich ein Thema sein.“ Außerdem ist Deutschland in diesem Jahr auf der Messe „Country of Honour“ und steht somit im Fokus der Messeveranstalter.

Gemeinsam stark

Als besonders erfreulich betrachten die städtische Wirtschaftsförderung und der IWS die Zusammenarbeit. Peter Brenner, sagte: „Durch die frühe Einigung über unsere Zusammenarbeit direkt im Anschluss an die MIPIM vor einem Jahr ist es uns gemeinsam gelungen, die Unternehmen der Immobilienwirtschaft aus der Region mitzunehmen und einen professionellen Messeauftritt zu gewährleisten.“ Dabei sei die enge Zusammenarbeit der Landeshauptstadt mit dem IWS ein Novum. „Vermutlich ist unser Verband der einzige Co-Initiator am Stand einer Kommune beziehungsweise Region auf der Messe“, so Brenner weiter. 350.000 Euro kostet der Messeauftritt, zwei Drittel davon tragen die Partnerunternehmen.

Geplant sind neben der Präsentation von Stadt, Region und Partnern zahlreiche Vorträge, die morgens bis elf Uhr im Rahmen eines Brunchs stattfinden oder am späten Nachmittag bei Cocktails mit Blick auf den Hafen von Cannes. „Wir haben einen sehr schönen Standplatz von insgesamt 140 Quadratmetern Fläche, der sich zu einer Terrasse mit Abendsonne öffnet“, freut sich Aufrecht. „Das bietet sich für solche Veranstaltungen an.“

Digitale Kommunikation pur

Die Ippolito Fleitz Group entwickelte ein flexibles Messestandkonzept, das die Präsentationen der Standpartner in den Mittelpunkt stellt. „Der Stand präsentiert in erster Linie Inhalte. Sie erfolgen ausschließlich digital. Nicht die Bühne steht im Fokus, sondern das Stück“, so Gideon Schröder, Planer bei Ippolito Fleitz.

Immobilienwirtschaft, Mipim, Marcel Heller, Heller Designstudio

Marcel Heller vom Heller Designstudio konzipierte die
papierlose Kommunikation für den Messestand.

Die Präsentationszone des Stands wird von drei großen Screenwänden flankiert. Hier werden abwechselnd Projekte der Partner in Filmen und Slideshows sowie Firmenpräsentationen, Logos und Hintergrundinformationen zu Vorträgen und Events gezeigt. Die angrenzenden Loungebereiche und die Terrasse dienen zum Verweilen und für Gespräche. Eine weitere Zone für Besprechungen in Kleingruppen ist mit Stehtischen und Touchscreen ausgestattet. Hier können verschiedene Projektinformationen samt Satellitenkarten abgerufen werden. „Auch die Vertreter der Partnerunternehmen müssen keineswegs Papier schleppen, wenn sie zum Beispiel den Stand verlassen“, sagte Marcel Heller vom Heller Designstudio. „Zur individuellen Kommunikation werden iPads mit allen relevanten Projektdaten der Partner bespielt, die auch auf der Website erscheinen.“

Diese Form der Kommunikation habe auch den Vorteil, dass man sich die Daten, die man haben wolle, auf einen USB-Stick ziehen lassen könne oder einfach downloaden. Das Warten auf Informationen in Folge der Messe entfalle für die Standbesucher. Um die Inhalte aller Partner zu transportieren, werden alle digitalen Kanäle – von den großflächigen Screenwänden, den Touchmonitoren bis zum mobilen Endgerät – bespielt, um der Idee eines papierlosen Stands gerecht zu werden. „Wir nehmen den Anspruch papierlos ernst“, sagte Marcel Heller. „Das einzige, was es auf unserem Stand an Papier gibt, wird wohl die eine oder andere Visitenkarte sein.“

www.mipim-stuttgart.de