Wir sind Chef

In seinem neuen Buch „Wir sind Chef“ beleuchtet Hermann Arnold auf sehr anschauliche Weise, wie sich traditionelle Führung in Unternehmen verändern muss, damit sie neuen Arbeitsformen, dem heutigen gesellschaftlichen und technologischen Wandel gerecht wird. Für Führungs- und Management-Methoden, die ausschließlich auf das System „Weisung und Kontrolle“ von oben nach unten setzen, sieht er keine Zukunft. Stattdessen schwört er auf einen heterogenen Führungsstil-Mix, der von guter Weisung und Kontrolle bis hin zu agilen Netzwerken reicht. Ein Mix, der unter anderem alle Mitarbeiter dabei unterstützt, bestimmte Führungsaufgaben zu übernehmen und sie in die Lage versetzt, sich in gewissen Bereichen selbst zu organisieren. Klingt auf den ersten Blick ziemlich radikal. Doch die schlüssige Argumentation Arnolds lässt aufhorchen und nachdenklich werden. Geschickt bindet der Autor Beispiele bereits gelebter Praxis ein und zieht Parallelen etwa zum Selbstorganisation im Straßenverkehr. Besonders anschaulich ist das Beispiel, wenn es um die Beteiligung der Mitarbeiter bei der Einstellungen neuer Kollegen geht – und welcher Mehrwert sich daraus sowohl für die Mitarbeiter, die Führungskraft als auch das Unternehmen im Ganzen ergeben kann. Nicht weniger spannend ist die Idee, wie Mitarbeiter mittels einer „Innovationskreditkarte“ dazu gebracht werden können, sich in den Innovationsprozess eigenverantwortlich stärker einzubringen.

Die Redaktion meint: Das Werk bietet für Führungskräfte spannenden Ansätze, Denkanstöße und teils sehr konkrete Handlungsanweisungen. Gleichzeitig zeigt es die Potenziale für Firmen auf, die den Weg hin zur Unternehmensdemokratisierung mutig beschreiten.

Wir sind Chef. Wie eine unsichtbare Revolution Unternehmen verändert. Haufe Verlag, ISBN: 978-3-648-08205-8, 24,95 Euro

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