Nein sagen – selbstbestimmt leben

Nein sagen statt Ja sagen, fordern Anja Förster und Peter Kreuz in ihrem neuen Buch. Wenn wir häufiger Ja sagen würden, könnten wir uns über ein glücklicheres selbstbestimmtes Leben freuen und müssten weniger bereuen, meinen die Autoren. Meistens würden wir sowieso nur Ja sagen, weil es bequemer sei. Ja zu sagen, bedeute meistens, den einfachen Weg zu wählen, sich nicht für oder gegen etwas zu entscheiden, die Verantwortung für das eigene Handeln abzugeben. Aber: Durch das bequeme Mitschwimmen im großen Strom würden wir unsere Freiheit ebenso verlieren wie die Entscheidungsgewalt darüber, was wir mit unserem Leben anfangen möchten.

Natürlich, auch die Autoren kennen all die (vermeintlichen) Zwänge und Konventionen, die uns davon abhalten, Nein zu sagen und zerren die Ausreden unbarmherzig ans Licht. Und die Autoren wissen auch, dass wer Nein sagt, schnell als unkooperativ und schwierig, als Blockierer und Querulant gilt. Trotzdem: „Nein ist nicht das böse Wort, das man nicht sagen darf – sondern eines der wichtigsten, besten, sinnvollsten Wörter überhaupt! Wer selbstbestimmt leben und eigenständige Entscheidungen für etwas treffen will, muss sehr oft Nein sagen – hinter jedem Ja stehen viele Neins.“

Marie Curie hätte nie zweimal den Nobelpreis erhalten, wenn sie nicht gekämpft hätte, wenn sie nicht Nein zu den Konventionen ihrer Zeit gesagt hätte. Heute haben wir alle Möglichkeiten, die Welt steht uns offen, wir können tun und werden, was immer wir möchten. Und doch fällt es einem Großteil der Menschen immer schwerer, diese Freiheit tatsächlich zu nutzen. Stattdessen verharren wir im „Ich-hätte-so-gern-aber-ich-durfte-ja-nie“. Der Leser erkennt sich wieder in der „Typologie der Unentschiedenheit“ und senkt beschämt den Kopf, wenn er erkennen muss, dass er mitunter einfach zu faul oder zu feige ist, um Nein zu sagen und lieber leidet. Die Autoren führen dem Leser  vor Augen, wie wir den Wunsch nach Freiheit der Sicherheit opfern, wie Unternehmen die Notwendigkeit von Kreativität und Innovationsfähigkeit der Systemkonformität opfern, indem sie stromlinienförmige Ja-Sager als Mitarbeiter vorziehen.

Die Redaktion meint: Unbedingt lesen, vor allem wenn man häufiger das Gefühl hat, nur für die Erwartungen von anderen zu leben. Ganz besonders sei die Lektüre allen empfohlen, die schon innerlich gekündigt haben und trotzdem bleiben, und natürlich den Chefs und  Führungskräften, die sich fragen, weshalb sie „eigentlich immer alles selbst machen müssen“. (-ap)

Nein. Was vier mutige Buchstaben im Leben bewirken können, Pantheon-Verlag, ISBN 978-3-570-55342-8, € 14,99, auch als E-Book erhältlich.

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